Düsseldorf/Berlin. (reuters) Die passenden Pumps für den Abendtermin finden sich in keinem Schrank? Das Ladekabel für den Computer streikt - der wird aber sofort für die Diplomarbeit gebraucht? Auf all diese Probleme wollen Logistikunternehmen, Online-Shops und Handelsketten eine passende Antwort geben: tagesaktuelle Zustellung, am besten so schnell wie möglich. Derzeit erproben sie diverse Modelle oder bieten sie bereits an. Die Zustellung am Tag der Bestellung könnte den Handel revolutionieren - offline und online.

Auf mehr als drei Milliarden Euro in nur fünf Jahren taxiert die Unternehmensberatung McKinsey den Markt in Europa, rund eine Milliarde davon in Deutschland - mit Wachstumsraten höher als der Online-Handel selbst. Die tagesaktuelle Zustellung habe "das Potenzial, das Einkaufsverhalten fundamental zu verändern", erwarten die Berater.

Deutsche-Post-Chef Frank Appel etwa lässt in vielen Studien die Auswirkungen der Online-Welt auf die Logistik durchspielen. DHL Paket erreicht tagesaktuell bereits 30 Millionen Bürger in Deutschland. Dabei muss aber nicht alles über den Paketboten laufen. Die Post arbeitet auch mit anderen Modellen - etwa den Paketkasten im Vorgarten. Es geht es darum, wer künftig die letzten Meter zum Kunden kontrolliert.

Großen Schub gäben die Internet-Händler Zalando und Amazon. Der Online-Modehändler testet in Zusammenarbeit mit dem Lieferdienst Liefery in Berlin und Köln die taggleiche Zustellung. Amazon bietet in einzelnen Regionen bereits eine Lieferung am Abend an. Auch der Taxidienst Uber arbeitet in USA an Modellen.

Liefery kooperiert nach eigenen Angaben mit mehr als 2500 Fahrern für 800 Einzelhändler. "Unsere Plattform ist vergleichbar mit Uber, optimiert für Lieferungen", sagt Liefery-Chef Franz-Joseph Miller. Liefery denkt auch über Drohnen als Kuriere nach. Die Post testet sie, ebenso Amazon und bald auch der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart. Googles Mutterkonzern Alphabet will 2017 starten.

Zipjet-Chef Florian Färber setzt darauf, dass ihm die Zeit in die Hände spielt: "Es gibt einen globalen Trend -das ist die Bequemlichkeit."