Frankfurt am Main. Nach einem militärischen Zwischenfall an der syrischen Grenze, bei der ein russischer Kampfjet vom türkischen Militär abgeschossen wurde, schlossen Europas Aktienmärkte am Dienstag tiefrot. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um 35,66 Einheiten oder 1,04 Prozent auf 3.409,60 Zähler.

  Der Abschuss eines russischen Kampfjets durch das Militär der Türkei an der syrisch-türkischen Grenze hatte die Anleger beunruhigt. Wie in solchen Fällen üblich wiesen beide Länder dem jeweils anderen die Schuld zu. Laut Russlands Verteidigungsministerium ist das Flugzeug stets über syrisches Territorium geflogen. Das türkische Militär beharrte hingegen darauf, dass der Flieger türkischen Luftraum sehr wohl "verletzt" habe und der abgeschossene Flieger mehrfach gewarnt worden sei. Russlands Präsident Vladimir Putin kündigte "ernsthafte Konsequenzen" an, die Türkei ließ für heute Nachmittag (17.00 Uhr) einen NATO-Sonderrat einberufen.

  Der Konflikt lastete insbesondere auf Werten aus der Airline- und Tourismusbranche: So verloren die Aktien der Hotelkette Accor in Paris 4,86 Prozent, jene des Reisevermittlers TUI fielen 3,02 Prozent. Auch die Fluglinienaktien easyJet (minus 3,34 Prozent), Ryanair (minus 2,95 Prozent), Lufthansa (minus 3,98 Prozent) und Air France (minus 3,86 Prozent) schwächelten.

  Erfreulichere Neuigkeiten lieferten den Börsianern da schon die Geschäftsklima-Barometer in Deutschland und Frankreich: Das deutsche Ifo-Geschäftsklima stieg im November zum Vormonat, statt wie von Experten erwartet zu stagnieren. Das französische Geschäftsklima kletterte im November gar auf seinen höchsten Stand seit August 2011. Hingegen sank die US-Verbraucherstimmung im November auf ihren Tiefststand seit gut einem Jahr, während Experten einen Anstieg erwartet hatten.

  Das Management des niederländischen Mobilfunkkonzerns Altice scheint unterdessen weiterhin in Kauflaune à la francaise. So gingen die Altice-Aktien in Amsterdam heute mit einem herben Minus von 9,35 Prozent aus dem Handel, nachdem der Kauf eines Minderheitsanteils am französischen Medienunternehmen NextRadioTV öffentlich wurde. Bereits im Juni hatte der ebenso französische Mobilfunker Bouygues ein Übernahmeangebot des größeren Konkurrenten Altice über 10 Mrd. Euro abgelehnt. In Paris legten NextRadioTV um 4,95 Prozent zu.

  Unterdessen knickten Zodiac Aerospace um 7,70 Prozent ein. Wegen Produktionsproblemen und Lieferverzögerungen rasselte der Gewinn des Anbieters von Flugzeugsitzen um etwa 45 Prozent abwärts - stärker als von Analysten befürchtet. Zodiac hatte Anleger bereits in den vergangenen Monaten mehrfach gesenkten Ergebniszielen verunsichert.