Zürich. Französische Behörden haben eine Liste von 38.000 Kundenkonten der Großbank UBS erhalten. Das Geldinstitut bestätigt einen entsprechenden Bericht des französischen Magazins "Le Point". Bei diesen Bankverbindungen besteht der Verdacht, dass sie zur Steuerhinterziehung verwendet wurden.

UBS France erklärte in einer Stellungnahme, man werde mit den Behörden uneingeschränkt und vorbehaltlos zusammenarbeiten.

11,89 Milliarden Euro versteckt

Das Magazin hatte am Mittwoch berichtet, dass die Liste aus Deutschland stammen soll und die Steuerbehörden diese aus Gründen der Gerechtigkeit weitergeleitet hätten. Den Angaben zufolge sollen auf diesen Schweizer Konten im Jahr 2008 Vermögenswerte von rund 13 Milliarden Franken (11,89 Milliarden Euro) - versteckt vor dem französischen Fiskus - gelegen sein.

Laut dem Pressebericht lagen auf dem Konto mit der höchsten Summen rund 65 Millionen Franken. Allerdings wies fast die Hälfte der Bankverbindungen einen Kontostand von weniger als 1.000 Euro auf.

Die UBS wies in ihrer Mitteilung darauf hin, dass bei ihr mittlerweile sehr strenge Kontrollmechanismen vorhanden seien und die Bank in dieser Hinsicht auch seit einigen Jahren von ihren Kunden die Einhaltung der jeweiligen Steuervorschriften verlange.

Das Größte Schweizer Geldhaus steht seit einigen Jahren im Visier der französischen Justiz. Mitarbeiter der UBS hätten in Frankreich offen mit Bankkonten in der Schweiz und den damit verbundenen Möglichkeiten bezüglich einer geringeren Steuertransparenz geworben.

Frankreich hat daher Ermittlungen gegen das Mutterhaus sowie die Tochtergesellschaft wegen mutmaßlicher Beihilfe zu Steuerhinterziehung in den Jahren 2004 bis 2012 beziehungsweise Komplizenschaft bei Geldwäscherei aufgenommen. Es wurde ein Anklageverfahren wegen Geldwäscherei eingeleitet und die Schweizer Großbank musste eine Kaution von 1,1 Milliarden Euro hinterlegen, nachdem sie mit einem Einspruch vor Gericht gescheitert war. Die UBS sprach damals von einem stark politisch aufgeladenen Verfahren.