Sie haben Achtsamkeitstrainings organisiert, in denen die Teilnehmer ihr Konsumverhalten überdenken sollten. Wie wirksam sind diese Trainings?

Die Achtsamkeitsarbeit ist aus dem Dilemma heraus entstanden, dass wir auf unsere immateriellen Bedürfnisse falsch reagieren - nämlich, indem wir uns Konsumgüter kaufen. Das endet in einer rastlosen Suche nach Erfüllung, die kein Ende hat. Deshalb haben wir Workshops mit krankhaft Kaufsüchtigen durchgeführt, die vor Überschuldung am Boden zerstört waren. Durch das Achtsamkeitstraining konnten wir zwar das Bewusstsein der Leute für ihr eigenes Suchtverhalten schärfen, aber nach den Trainings sind sie wieder all den Werbebannern ausgeliefert und laufen Gefahr, rückfällig zu werden. Diese Methode ist also noch lange keine Antwort auf unsere fragwürdige Beziehung zu Konsumgütern.

Haben Sie selbst es denn geschafft, dem Konsumdenken zu entkommen?

Nein. Ich glaube generell nicht, dass wir dem als Einzelpersonen entkommen können. Wir sind, was unsere Gesellschaft aus uns macht - und momentan ist das eine Konsumgesellschaft.