Am Ende mussten die gewonnenen Erkenntnisse, soweit möglich, natürlich verifiziert werden. Dazu wurden die Datensätze mit bekanntem Material, etwa aus Gerichtsprotokollen, parlamentarischen Anfragen oder auch Geschäftsberichten, abgeglichen und querverlinkt. Die ersten Zwischenergebnisse zeigen, wie komplex und verschachtelt die Welt der Geldes ist. Und wie wichtig die Rolle der Medien, um Missstände aufzudecken.

Die Spuren aus Panama führen überall hin - zu den Reichen und den Mächtigen, zu Prominenten und Schwerverbrechern. Die mehr als elf Millionen Dokumente der Finanzkanzlei Mossack Fonseca, die das Recherchenetzwerk ICIJ ausgewertet hat, enthalten prominente Namen. Die Enthüllungen bringen die Bloßgestellten nun vielerorts in schwere Erklärungsnot.

Etwa Islands Premier Sigmundur David Gunnlaugsson. Dieser hatte sich in dem Land, das von der Finanzkrise schwer gebeutelt wurde, im Wahlkampf als Verteidiger der Bürger gegen die Finanzindustrie präsentiert. Nun kam heraus, dass er und seine Frau über Mossack Fonseca mehrere Millionen Dollar aus Investitionsgeschäften ins Ausland geschleust haben. Gunnlaugsson muss sich bald einem Misstrauensvotum stellen, die Opposition fordert nun seinen Rücktritt.

Die Spuren führen auch ins familiäre Umfeld zweier Staatsmänner, die sich besonders mit der Forderung nach Transparenz und Korruptionsbekämpfung profilierten: Der britische Premierminister David Cameron und Chinas Präsident Xi Jinping haben Angehörige, die in Verbindung zu einschlägigen Briefkastenfirmen standen.

Auch Saudi-Arabiens König Salman soll Briefkastenfirmen betrieben haben. Dabei gilt das Herrscherhaus des Ölstaates ohnehin als schwerreich.

Bei manchen Politikern sind die Sprösslinge besonders geschäftstüchtig. So sind die Kinder des aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliew und von Pakistans Premierminister Nawaz Sharif in den "Panama Papers" verzeichnet.

Die Spuren führen zudem zum Sport. So finden sich auch prominente ehemalige und aktive Fußballer in den von Journalisten ausgewerteten Dateien. Der frühere Uefa-Boss Michel Platini, einst ein Weltklassefußballer, wandte sich 2007 mit der Bitte an Mossack Fonseca, eine Briefkastenfirma in Panama zu eröffnen.

Und der auch für den FC Barcelona spielende, argentinische Fußball-Weltstar Lionel Messi und sein Vater legten sich über die Finanzkanzlei eine Strohfirma zu, die den spanischen Steuerbehörden bisher nicht bekannt war.

Als Kunden von Mossack Fonseca fanden sich die Staatsmänner in Gesellschaft notorischer Krimineller wieder: Die Kundenkartei verzeichnet Drogenbarone, Geschäftsmänner und Unternehmen mit Verbindungen zu terroristischen Organisationen und einen US-Geschäftsmann, der wegen Geschlechtsverkehrs mit Minderjährigen im Gefängnis saß. Er unterzeichnete den Vertrag mit der Kanzlei in der Zelle.

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