Am 23. Juni stimmen die Briten über einen möglichen EU-Austritt - den Brexit - ab. Wie wird die Abstimmung ausgehen?

Vorausschicken möchte ich, dass ich befürchte, dass den britischen Bürgern die Konsequenzen eines Brexit in keiner Weise bewusst sind. Aber ich bin optimistisch: Am Ende wird Großbritannien dafür stimmen, ein Teil der EU zu bleiben. Jeder, der halbwegs Ahnung von Wirtschaft hat, ist strikt gegen einen EU-Austritt. Die Brexit-Befürworter sind doch alle durch den Wind. Ärgerlich ist, wie unnötig dieses Referendum ist. Es gab nicht den geringsten Grund, diese Abstimmung anzusetzen, außer dass Premier David Cameron ein Problem mit den Euroskeptikern innerhalb seiner Konservativen Partei lösen wollte. Wenn man aber in Großbritannien vernünftig über die Rolle des Landes in der EU nachdenkt, muss man sich folgende Frage stellen: Ist die derzeitige Situation Großbritanniens okay? Ja. Verursacht uns die EU großen Schaden? Natürlich nicht. Glauben wir, dass der frühere Londoner Bürgermeister und Brexit-Befürworter Boris Johnson und anderen auch nur die entfernteste Idee haben, was sie besser machen könnten? Die Antwort ist ein klares Nein.

Wäre ein Brexit für den Finanzplatz London eine Katastrophe?

Absolut. Ich weiß nicht, was den früheren Bürgermeister Boris Johnson geritten hat. Vermutlich hat er einfach keine Ahnung von Wirtschaft. Was Johnson aber weiß: Er möchte David Cameron als Premierminister beerben. Und wenn sein Vehikel dafür der Brexit ist, dann ist ihm das auch recht.