Paris. In einem offenen Brief an die Regierung haben 40 französische Persönlichkeiten, darunter ranghohe Politiker der regierenden Sozialistischen Partei, die gesetzliche Begrenzung von Managergehältern gefordert. "Wir fordern die Regierung auf, ein Gesetz zu beschließen, damit kein Chef in Frankreich künftig mehr als das Hundertfache des Mindestlohns erhält, also 1,75 Millionen Euro pro Jahr", hieß es in dem am Donnerstag in der Zeitung "Libération" veröffentlichten Appell.

Mit einem extrem großen Unterschied zwischen Manager- und Durchschnittsgehältern erlebe Frankreich derzeit eine "nie dagewesene Phase in der Geschichte des zeitgenössischen Kapitalismus", erklärten die Unterzeichner, darunter der Vorsitzende der Sozialistischen Partei, Jean-Christophe Cambadélis, der sozialistische Präsident der Nationalversammlung, Claude Bartolone und die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo. Auch der Wirtschaftswissenschafter Thomas Piketty und der Autor und Regisseur Raphael Glucksmann zählen zu den Unterzeichnern.

Chefs von Autoherstellern in der Kritik

Der Appell der Regierung an die Privatwirtschaft, die Spitzengehälter auf freiwilliger Basis zu begrenzen, hat bisher keine Wirkung gezeigt. Der Aufruf der 40 Persönlichkeiten zeige laut Premier Manuel Valls, "welchen Weg man gehen muss".

Die Aktionäre müssten mehr Möglichkeiten bekommen, um Gehaltserhöhungen von Spitzenmanagern wenn nötig rückgängig zu machen, sagte Valls. Es sei "nicht unmoralisch, gut zu verdienen", fügte er hinzu. Es sei jedoch unmoralisch, sich ohne Rücksicht auf die Konsequenzen das Gehalt zu erhöhen. Anlass war eine Debatte über die hohen Gehälter der Chefs der Autobauer Renault und PSA Peugeot Citroën, Carlos Ghosn und Carlos Tavares.