• vom 07.07.2016, 18:21 Uhr

International

Update: 07.07.2016, 22:50 Uhr

Beschäftigung

Das verlorene Jahrzehnt




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  • Die Beschäftigung liegt trotz Aufholprozesses noch immer nicht auf Vorkrisen-Niveau.



Paris/Wien. (wak) Der Ausbruch der Weltwirtschaftskrise ist bald zehn Jahre her, doch die hinterlassenen Spuren sind vor allem auf dem Arbeitsmarkt noch immer deutlich sichtbar.

Die Beschäftigung hat sich erst zu Hälfte erholt, diagnostiziert der jüngste Beschäftigungsbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Der Trend sei "zurück in der Arbeit, aber mit einem ordentlichen Abschlag", erklärt der Generalsekretär der OECD, Angel Gurría, bei der Präsentation der Studie in Paris am Donnerstag anlässlich des Treffens der Arbeitsminister der G20- Länder in Peking in einer Woche.


Die OECD-Länder, also die entwickelten Industrieländer, werden erst 2017 wieder das Beschäftigungsniveau von den Jahren vor der Finanzkrise erreichen. Dass die Krise aber fast zehn Jahre lang die Beschäftigung gedämpft hat, zeige die Tiefe der Rezession und den hohen Preis, den die Arbeitnehmer dafür gezahlt haben, heißt es im OECD-Beschäftigungsbericht.

Derzeit haben drei von vier OECD-Ländern entweder immer noch eine Arbeitslosenrate, die um mindestens zwei Prozentpunkte über dem Vorkrisen-Niveau liegt oder Durchschnittslöhne, die um mindestens fünf Prozent niedriger liegen, als bei gleichbleibendem Wachstum der Jahre 2000 bis 2007.

Der Anteil von Menschen in Beschäftigung im Alter von 15 bis 74 wird Ende des nächsten Jahres bei 61 Prozent liegen - leicht über dem Niveau von Ende 2007. In manchen OECD-Ländern, etwa in Chile, Deutschland und der Türkei, würden die Beschäftigungszahlen sogar bereits jetzt über dem Vorkrisen-Niveau liegen.

In der Mehrheit der Länder sieht es allerdings nicht so rosig aus. Dazu gehören vor allem jene, die von der Eurokrise am stärksten betroffen waren, die unter den europäischen Rettungsschirm schlüpfen mussten, und im Gegenzug schmerzhafte Reformen umsetzten. In Griechenland ist das Beschäftigungsniveau noch immer neun Prozentpunkte unter dem Niveau von 2007, in Spanien sind es 8,5 Prozentpunkte Unterschied und im als mustergültig gelobten Reformland Irland sind es auch satte 7,9 Prozentpunkte Unterschied.

Sinkende Einkommen
Das Realeinkommen sei während der Krise empfindlich gefallen, vor allem in Griechenland, Irland, Portugal, Spanien, aber auch den baltischen Staaten und Japan.

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Dokument erstellt am 2016-07-07 18:26:10
Letzte Änderung am 2016-07-07 22:50:14


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