München/Mailand/Wien. Die deutsche HypoVereinsbank (HVB) will keine direkte Kapitalspritze an die österreichische Schwester Bank Austria geben. "Das wird es nicht geben, das ist gar nicht zulässig", sagte HVB-Chef Theodor Weimer am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. Die Bank Austria braucht nach dem Dafürhalten der österreichischen Finanzaufsicht nach der Abspaltung ihrer Europa-Töchter mehr Kapital.

Das Geld müsste - wenn überhaupt - über den italienischen Mutterkonzern UniCredit fließen, sagte Weimer. "Aber mir ist bisher kein solches Ansinnen bekannt." Die HVB habe zweifellos "einige Milliarden" zu viel Kapital, sagte der Vorstandschef. "Wenn wir eine gelistete Bank wären, würden wir einen Teil davon an die Aktionäre zurückgeben." Die harte Kernkapitalquote lag Ende Juni bei 22,1 Prozent.

HypoVereinsbank trotzt Krisen in der Schifffahrt und im Handel

Die HypoVereinsbank trotzt mit Kostensenkungen der anhaltenden Krise in der Schifffahrt und der Flaute im Handel mit Aktien, Anleihen und Devisen. Der Überschuss sei im ersten Halbjahr um 14 Prozent auf 371 Mio. Euro gestiegen, teilte die Münchener Tochter der italienischen Großbank und Bank-Austria-Muttergesellschaft UniCredit am Donnerstag mit.

Dabei musste die HVB ihre Rückstellungen für Schiffskredite deutlich aufstocken, die Risikovorsorge stieg auf 151 (Vorjahr: 110) Mio. Euro. Das Handelsergebnis brach um 24 Prozent ein, während Zins- und Provisionsüberschuss stabil blieben. "Das erste Halbjahr war für die Bankenbranche schwieriger als erwartet", resümierte HVB-Chef Theodor Weimer. Für die Bank zahle sich der frühzeitige Umbau des Privatkundengeschäfts mit Filialschließungen aber aus.

Weil damit Personal- und Mietkosten wegfielen, sanken die Verwaltungskosten im ersten Halbjahr um gut vier Prozent auf 1,75 Mrd. Euro. Die Kosten-Ertragsquote verbesserte sich damit auf 71,6 von 75,2 Prozent. Seit dem vergangenen Jahr ist die Verwaltung mit dem Stellenabbau an der Reihe. Alle Banken müssten mehr tun, um ihre Ziele zu erreichen, erklärte Weimer. "Niedrigzinsen, Digitalisierung und Regulierung erfordern neben Ausdauer mehr denn je große Innovationskraft und eine hohe Anpassungsgeschwindigkeit."