Wien. Sowohl in Europa als auch in den USA gingen die Umsätze und Gewinne der jeweils 300 größten Unternehmen im ersten Halbjahr dieses Jahres zurück: Europas Top-Konzerne verzeichneten einen Umsatzrückgang um 4,6 Prozent, der Gesamtgewinn brach sogar um 9,6 Prozent ein. In den USA fiel der Gewinnrückgang mit minus 3,5 Prozent deutlich geringer aus. Die Umsätze der Top-300 US-Konzerne sanken mit 0,4 Prozent ebenfalls weniger stark als in Europa, lautet das Fazit einer Studie der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY. Insgesamt erwirtschafteten die Top-Unternehmen Europas einen Umsatz von 3,25 Billionen Euro bei einem operativen Gewinn von 272 Milliarden Euro, die US-Konzerne kamen auf umgerechnet 4,15 Billionen Euro Umsatz und 483 Milliarden Euro Gewinn.

Starker Euro, matte Konjunktur


Der Hauptgrund für den Umsatz- und Gewinnrückgang auf beiden Seiten des Atlantiks waren die niedrigen Öl- und Rohstoffpreise. So verzeichneten die europäischen Öl- und Gaskonzerne einen Umsatzrückgang um 23 Prozent, die Gewinne brachen sogar um fast die Hälfte ein. Aber auch andere Branchen waren im ersten Halbjahr in Europa auf Schrumpfkurs - etwa die Energieversorger, der Lebensmittelhandel, Telekommunikationsanbieter oder Lebensmittelhersteller. Sehr gut entwickelten sich hingegen die europäischen Unternehmen des Gesundheitssektors (plus 16,2 Prozent), der Medienwirtschaft (plus 12 Prozent) und der IT-Branche (plus 7,2 Prozent).

"Die europäischen Unternehmen leiden derzeit unter dem starken Euro, der zu erheblichen Einbußen bei der Umrechnung außerhalb Europas erwirtschafteter Umsätze führt", sagt Gerhard Schwartz, Partner und Leiter des Assurance-Bereichs bei EY Österreich. Vor allem aber mache ihnen die nach wie vor schwierige Lage der europäischen Wirtschaft zu schaffen.