Wie. Die Alarmglocken des Internationalen Währungsfonds (IWF) läuten unüberhörbar: Auf 152 Billionen Dollar (136 Billionen Euro) - also 152.000 Milliarden Dollar - taxiert die Washingtoner Institution den weltweiten Schuldenstand, das entspricht 225 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Die überwältigende Mehrheit der Schulden entfällt auf private Schulden, sie betragen rund 100 Billionen Dollar (89 Billionen Dollar). Das berichtet der "Guardian" unter Berufung auf einen IWF-Report.

Seit der Finanz- und Schuldenkrise in den Jahren 2007 bis 2009 konnte der Schuldenstand nicht mehr gedrückt werden. Wachstum und Inflation befinden sich seitdem auf einem historischen Tief. Nach Ansicht des IWF wird den Notenbanken der Länder bei der Bewältigung der Krise zu viel aufgebürdet. Über Steuern und Ausgabenkürzungen müssten die Staaten einen höheren Eigenbeitrag leisten.


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"The Guardian": IMF urges governments to tackle record global debt of $152tn
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Der Währungsfonds weist darauf hin, dass seit der Finanzkrise von 2007-2009 der Schuldenstand insgesamt nicht reduziert worden ist, obwohl die Krise nicht zuletzt aufgrund der Überschuldung vieler privater Haushalte verursacht worden ist.

Der Schuldenstand ist somit weiter historisch auf einem Höchststand. Zwar sei der Schuldenstand auch zuvor hoch gewesen - etwa am Ende des Zweiten Weltkriegs aber in den drei Dekaden nach 1945 seien die Wachstumsraten stets stärker gestiegen als die Schulden, somit ist das Schuldenproblem mit der Zeit gemildert worden. Die Notenbanken haben seit der Krise die Zinsen auf einen historischen Tiefststand gedrückt, um der Deflationsgefahr entgegenzutreten und das Wachstum anzukurbeln. Diese Maßnahme hat es Schuldnern leichter gemacht, die Schulden zu bedienen - gleichzeitig ist aber die Kreditnachfrage gestiegen. Logisch: Noch nie zuvor war Geld so billig zu haben wie heute. Das Dumme ist nur: Sobald die Zinsen wieder steigen, steigt auch das Kreditausfallsrisiko von Schuldnern, die mehr Kredite aufgenommen haben, als sie in Zeiten höherer Zinsen bedienen können. Ein höheres Kreditrisiko der Schuldner bringt wiederum die Gläubiger - meist die Banken - in Schwierigkeiten und - Presto! - steht die nächste Bankenkrise vor der Tür. Ein Teufelskreis.

USA haben höchste Schulden

Unangefochtener Spitzenreiter unter den verschuldeten Ländern sind die USA. Im Februar durchbrach man erstmals die Marke von 19 Billionen Dollar. Allein unter Präsident Barack Obama ist die Staatsverschuldung um 8,4 Billionen Dollar gestiegen, was einem Schuldenwachstum von fast 80 Prozent seit Obamas Amtseinführung im Jänner 2009 entspricht. Das Congressional Budget Office geht davon aus, dass die US-Schulden bis 2020 auf 22,6 Billionen Dollar steigen werden - und bis 2026 auf 29,3 Billionen. Österreichs Schulden betragen rund 292 Milliarden Euro.