Frankfurt. Die Lufthansa annulliert wegen des Piloten-Streiks am Mittwoch mehrere Hundert Flüge. 2124 von rund 3000 geplanten Kurz- und Langstreckenflügen ab Deutschland fänden statt, teilte die Lufthansa am Dienstag mit. Planmäßig durchgeführt würden hingegen die Flüge der Töchter Germanwings, Eurowings, Air Dolomiti, Austrian Airlines, Swiss und Brussels Airlines. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte zuvor die 5400 Lufthansa-Piloten am Mittwoch zu einem 24-Stunden-Streik aufgerufen. Cockpit fordert rückwirkend ab 2012 eine Lohnerhöhung von 3,7 Prozent im Jahr. Die Lufthansa bietet 2,5 Prozent über eine Laufzeit von gut sechs Jahren. Der Arbeitskampf begann im April 2014. Seitdem streikten die Piloten insgesamt 13 mal. Den letzten Ausstand vor 14 Monaten stoppte ein Gericht.

Auch bei Eurowings wird gestreikt

Die Lufthansa-Billigflugtochter Eurowings sagt wegen des Streiks der Flugbegleiter am Dienstag gut 60 Flüge ab. Das teilte die Airline auf ihrer Webseite mit. Nicht betroffen seien Eurowings-Langstreckenverbindungen sowie Flüge von Germanwings und Sunexpress. Der Ausstand, der von fünf Uhr bis acht Uhr abends angesetzt ist, trifft die Eurowings-Standorte Düsseldorf und Hamburg.

Insgesamt zählt die Günstigfluglinie 23 Jets. Verdi habe die laufenden Tarifverhandlungen nicht für gescheitert erklärt, weshalb die jetzige Eskalation unverständlich sei, hatte ein Airline-Sprecher gesagt.

Die Situation ist schwierig, da neben der Dienstleistungsgewerkschaft auch die Kabinenpersonal-Gewerkschaft Ufo bei den 400 Flugbegleitern von Eurowings vertreten ist. Die hatte Eurowings Ende Oktober bestreikt. Verdi hatte im September einen Arbeitskampf organisiert, der aber kaum Auswirkungen auf den Flugbetrieb hatte. "Der Eurowings-Vorstand hat die Arbeitsniederlegung provoziert, weil er darauf beharrt, nur gemeinsam mit Verdi und Ufo einen Tarifvertrag bei Eurowings verhandeln zu wollen", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle.