Oxford. Die Niederlande und die Schweiz gehören nach einem Bericht der Hilfsorganisation Oxfam zu den "schlimmsten Steueroasen" der Welt. Oxfam veröffentlichte am Montag unter der Überschrift "Steuerkämpfe" den Bericht mit einer Liste von 15 Ländern, die Unternehmen zur Steuerumgehung verhelfen und arme Länder so jährlich um Einnahmen von mindestens 100 Mrd. US-Dollar bringen.

Das wäre den Angaben zufolge genug, um den 124 Millionen Kindern, die nicht zur Schule gingen, Bildung zu bieten, sowie durch medizinische Versorgung jedes Jahr den Tod von sechs Millionen Kindern zu verhindern.

Den ersten Platz auf der Liste belegt Bermuda, gefolgt von den Cayman-Inseln, den Niederlanden, der Schweiz und Singapur. Auf den weiteren Plätzen stehen Irland, Luxemburg, Curaçao, Hongkong, Zypern, die Bahamas, Jersey, Barbados, Mauritius und die Britischen Jungferninseln.

USA überflügeln Schweiz bei Vermögensverwaltung

Die USA haben in den vergangenen Jahren kontinuierlich ihre Position als größter Vermögensverwalter der Welt ausgebaut. Eine Analyse der 500 größten Fondshäuser der Welt zeigt, dass rund 52,5 Prozent der Spargelder mittlerweile in den USA angelegt werden. Das ist gegenüber 2005 eine markante Steigerung um 10,6 Prozentpunkte. Die Schweiz wurde innerhalb einer Dekade vom Siegespodest gestoßen.

Leidtragende dieses Wachstums sind laut einer gemeinsamen Untersuchung der US-amerikanischen Finanzzeitung "Pension & Investments" und der Beratungsgesellschaft "Willis Towers Watson" vom Dienstag einige europäische Länder sowie Japan.

So sank der Anteil Großbritanniens an den verwalteten Aktiva von derzeit rund 77 Billionen Dollar (71,95 Bill. Euro) seit 2005 von 10,9 auf 8,7 Prozent. In Deutschland legten die 500 größten Vermögensverwalter der Welt in den vergangenen zehn Jahren statt 7,5 Prozent nur noch rund 6 Prozent ihrer Gelder an. Und Japan bekommt an Stelle von ehemals 6,9 Prozent mittlerweile nur noch rund 5,2 Prozent vom Kuchen.

Den größten Einbruch bei der Attraktivität verzeichnete allerdings die Schweiz. Ihre Anteile an den verwalteten Vermögen bei den betrachteten Institutionen rutschten von rund 8,6 Prozent im Jahr 2005 auf knapp unter 4 Prozent per Ende 2015.