Washington/San Francisco. (afp) Donald Trump hat sich im Rahmen eines Gipfeltreffens um eine Aussöhnung mit den Internet- und Technologieunternehmen des Silicon Valley bemüht. "Ich bin da, um euch Leuten zu helfen, damit es euch gut geht", sagte Trump am Mittwoch zu rund einem Dutzend Spitzenvertretern der Branche. Während des Wahlkampfs hatte sich das Silicon Valley fast geschlossen mit Trumps Rivalin Hillary Clinton solidarisiert.

Er werde dafür sorgen, dass die Branche ihre "unglaublichen" Innovationen fortsetzen könne, versicherte der designierte Präsident. "Wir werden für euch da sein." Trump umschmeichelte die versammelten Branchenvertreter zu Beginn des Treffens, indem er sie als "wirklich unglaubliche Gruppe von Leuten" bezeichnete. Er schwärmte: "Es gibt niemanden wie euch auf der Welt."

Der größte Teil des Gesprächs fand dann hinter verschlossenen Türen statt. Zu den Teilnehmern gehörten die Unternehmenschefs Jeff Bezos (Amazon), Tim Cook (Apple), Satya Nadella (Microsoft), Larry Page und Eric Schmidt (Alphabet/Google) sowie Sheryl Sandberg (Facebook).

Auch dabei war der aus Deutschland stammende Milliardär Peter Thiel, Mitbegründer des Online-Bezahldienstes PayPal und ein früherer Investor bei Facebook. Während des Wahlkampfs war er im kalifornischen Silicon Valley eine einsame Ausnahme, indem er Trump unterstützte. Der Immobilienmogul dankte Thiel zum Auftakt des Treffens und pries ihn als einen "ganz besonderen Kerl".

Bei dem Gespräch hinter verschlossenen Türen war offenbar die Schaffung von Arbeitsplätzen in den USA ein Schwerpunkt. Trump hat dies zu seiner Priorität erklärt. Er äußerte etwa den Wunsch, dass Apple, das seine Smartphones in China produzieren lässt, eine "sehr große Fabrik" in den USA eröffnet. Am Vorabend des Treffens sagte der Technologiekonzern IBM zu, innerhalb der nächsten vier Jahr 25.000 Arbeitsplätze im Land zu schaffen. Die Auswirkungen der Trump-Präsidentschaft für die Branche sind ungewiss. Von der angekündigten massiven Senkung der Unternehmenssteuer würden sie natürlich profitieren. Allerdings könnte der Hightech- und Internetsektor durch protektionistische Maßnahmen und einen Handelskrieg mit China massiven Schaden nehmen. Auch eine restriktive Einwanderungspolitik wäre für die Branche potenziell schädlich, da viele ausländische Fachkräfte im Silicon Valley arbeiten.

Trump sicherte den Unternehmern zu, dass er ihnen mittels "fairer" Handelsverträge bei ihren grenzübergreifenden Geschäften helfen wolle. Details nannte er nicht. Ein weiterer potenzieller Konfliktpunkt mit den Hightech-Konzernen sind die Bestrebungen der Sicherheitsbehörden, im Zuge von Fahndungen Smartphones und andere Geräte entschlüsseln zu können. Dies hatte im Fall des Attentäters im kalifornischen San Bernardino, der im Dezember 2015 gemeinsam mit seiner Frau 14 Menschen erschossen hatte, bereits zum Konflikt zwischen den Behörden und Apple geführt.

Kreml: Putin-Einfluss auf Clinton-Mail-Hacks "Unsinn"


Unterdessen nannte der Kreml den Bericht des US-Nachrichtensenders NBC "Unsinn", wonach Präsident Wladimir Putin selbst Anweisungen für den Umgang mit den gehackten E-Mails der demokratischen US-Präsidentenkandidatin Hillary Clinton gegeben haben soll. Das berichtete der Sender am Mittwoch unter Berufung auf zwei hochrangige Geheimdienstverantwortliche.

Putin habe das anfänglich aus Rache getan, weil Clinton als Außenministerin öffentlich die Rechtmäßigkeit der russischen Wahlen von 2011 infrage gestellt habe, heißt es bei NBC. Dann habe der russische Präsident sein Vorgehen ausgeweitet, um das politische System in den USA als korrupt darzustellen. Putins Sprecher Dmitri Peskow wies die Vorwürfe am Donnerstag zurück. Auf die Frage von Journalisten, ob es für die Vorwürfe eine Grundlage gebe, sagte er: "Für lächerlichen Unsinn kann es keinerlei Grundlage geben." Der designierte US-Präsident Donald Trump hatte vorherige Berichte über russische Hackerangriffe ebenfalls als "lächerlich" zurückgewiesen.