Rom/Siena. Die Kunden der italienischen Krisenbank Monte Paschi di Siena (MPS) können erleichtert aufatmen. Nachdem die Regierung in Rom in der Nacht auf Freitag ein Rettungspaket im Umfang von bis zu 20 Milliarden Euro beschlossen hat, ist die Pleite der drittgrößten Bank Italiens abgewendet worden. Das Milliarden-Paket soll den Sparern ihre Guthaben garantieren.

"Italiens drittgrößte Bank kann sich jetzt erholen und wieder zur Unterstützung der italienischen Wirtschaft handeln. Monte Paschis Sparer können beruhigt sein", betonte Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan bei einer Pressekonferenz. Die Intervention des Staates bedeutet die faktische Verstaatlichung des Geldhauses, das - 1472 gegründet - als älteste Bank der Welt gilt. Der milliardenschwere Fonds zur Stabilisierung des Bankensektors soll als erstes Monte dei Paschi stützen, jedoch auch anderen Kriseninstituten zur Verfügung stehen.

Die MPS-Aktie wurde am Freitag von der Mailänder Börsenaufsichtsbehörde vom Handel ausgesetzt. "Wir befinden uns in einer heiklen Phase. In dieser Situation ist Consobs Aussetzung des Aktienhandels absolut normal", erklärte der Wirtschaftsminister.

Kapitalaufstockung mit privaten Investoren gescheitert

Die Regierung um Premier Paolo Gentiloni entschloss sich zur Verabschiedung des Rettungspakets, nachdem Monte dei Paschi am Donnerstagabend angekündigt hatte, mit dem Plan, eine Kapitalaufstockung in Höhe von 5 Milliarden Euro mithilfe von privaten Investoren in die Wege zu leiten, gescheitert zu sein. Die Bank hatte keinen rettenden Ankerinvestor finden können. Deshalb gebe das Finanzinstitut auch die im Rahmen eines geplanten Anleihen-Aktientauschs angedienten Bonds zurück, der rund 2 Milliarden Euro eingebracht hätte, berichtete MPS. Die Zeichnungsfrist für die Kapitalmaßnahme war am Donnerstag abgelaufen.

Monte dei Paschi ist nicht der einzige Problemfall unter den Banken des Landes. Der Banken-Rettungsfonds Atlante verabreicht zwei Regionalinstituten Geldspritzen von insgesamt knapp 1 Milliarde Euro: 628 Millionen gehen an die Veneto Banca, 310 Millionen an die Banca Popolare di Vicenza. Atlante hatte beide Institute in diesem Jahr übernommen, nachdem Kapitalerhöhungen gescheitert waren. Atlante will die beiden Banken fusionieren.