Im Bereich der medizinischen Versorgung und bei den Pensionen will Trump nicht sparen, das hat er seinen Anhängern versprochen. Gerade hier bahnt sich ein Streit mit den Republikanern im Kongress an, die, allen voran der Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus Paul Ryan, für Kürzungen eintreten. Und alle Pläne Trumps sind auf die Zustimmung des Kongresses angewiesen.

Trumps Steuerpläne sollen bis August dieses Jahres Wirklichkeit werden, er spricht in diesem Zusammenhang von einer "Steuer-Revolution". Der Republikaner will die Abgaben für US-Unternehmen von 35 auf 15 Prozent senken, zwischenzeitlich war auch von 20 Prozent die Rede. Die Idee dahinter ist, dass die US-Unternehmen ihr Geld dann in großem Stil in den USA investieren und Trump so helfen, mehr Jobs denn je zu schaffen.

Versuche aus der Vergangenheit zeigen aber, dass derartigen Vorhaben stets ein nur sehr bescheidener Erfolg gegönnt war. Denn die 35 Prozent Unternehmenssteuer gelten nur auf dem Papier, dank diverser Sonderregeln und Tricksereien zahlen viele Unternehmen viel weniger.

Bestes Beispiel ist Trump selber. Wie viel er an den Fiskus zahlt, war bis zuletzt unklar. Recherchen der "New York Times" ergaben, dass der Geschäftsmann dank bestimmter gesetzlicher Schlupflöcher für Immobilienentwickler womöglich über Jahre hinweg gar keine Steuern gezahlt hat. Jedenfalls sollen "unpatriotische" US-Unternehmen, die in Billiglohnländern oder sonst wo im Ausland produzieren, von Trump per Strafzahlungen zur Kasse gebeten werden - wie der Tycoon schon mehr als einmal angekündigt hat. US-Bürger sollen künftig jedenfalls deutlich weniger an den Staat zahlen. "Für viele Arbeiter wird der Steuersatz bei null liegen", versprach Trump im Wahlkampf.

Kriege kosten Geld

Kostspielig könnte freilich auch ein verstärktes militärisches Engagement gegen den IS im Irak und in Syrien werden, das Trump mehrfach angekündigt hat. US-Verteidigungsminister James Mattis hat jetzt dem Weißen Haus einen Plan vorgelegt. Im Pentagon wollte man keine näheren Angaben zum Inhalt des Planes machen; es soll sich um eine Grundlage für eine breitere Strategie handeln. Und es soll nicht nur um militärische Mittel gehen, der Fokus liegt nicht ausschließlich auf dem Irak und Syrien, sondern es gehe um den weltweiten Kampf gegen den IS. US-Medien hatten in den vergangenen Tagen darüber spekuliert, dass Mattis die Entsendung weiterer Soldaten nach Syrien empfehlen könnte.

Tatsache ist, dass unter der Regierung von Barack Obama das US-Staatsdefizit systematisch von Jahr zu Jahr verringert wurde. Amtsvorgänger Obamas, der Republikaner George W. Bush, der zuletzt mit deutlicher Kritik an Trump aufhorchen lässt, hatte einen enormen Schuldenberg angehäuft. Vieles deutet darauf hin, dass es wieder in diese Richtung gehen wird.