Fed-Chefin Janet Yellen gibt das Zeichen für weitere Leitzins-Erhöhungen. - © reuters/Yuri Gripas
Fed-Chefin Janet Yellen gibt das Zeichen für weitere Leitzins-Erhöhungen. - © reuters/Yuri Gripas

Washington. (ast/APA/AFP) Zum zweiten Mal seit dem Wahlsieg von Donald Trump hat die US-Notenbank Fed den Leitzins leicht erhöht. Er steigt erneut um 0,25 Prozentpunkte und erreicht damit nun ein Niveau zwischen 0,75 und 1,0 Prozent, wie die Federal Reserve am Mittwoch in Washington nach einer Sitzung ihres sogenannten Offenmarktausschusses mitteilte.

Die erneute Zinsanhebung kam nicht überraschend - sie war von Notenbankchefin Janet Yellen im Vorfeld angedeutet und von den Finanzmärkten erwartet worden. Zuvor hatte die Fed den Zins im Dezember erhöht, also einen Monat nach der Wahl und einen Monat vor Amtsantritt des neuen US-Präsidenten. Damals stieg die Rate ebenfalls um einen Viertelpunkt.

Die Fed traf weiterhin keinerlei Aussagen zu möglichen Folgen von Trumps Steuer- und Wirtschaftsplänen für ihren Kurs. Es sei noch "zu früh", um zu wissen, wie sich Veränderungen in der Wirtschaftspolitik auswirken würden, sagte Notenbankchefin Yellen. Derzeit gebe es noch "große Ungewissheit über das Timing, den Umfang, die Art" dieser Veränderungen. "Wir haben reichlich Zeit, um zu sehen, was passiert", sagte Yellen.

Trump will ja die US-Wirtschaft mit massiven Steuererleichterungen und einem gigantischen Infrastrukturprogramm ankurbeln, was potenzielle inflationäre Risiken birgt.

Deshalb wird darüber spekuliert, ob die Fed sich zu rascheren Zinssteigerungen veranlasst sehen könnte als bisher geplant. Die Zinsanhebung ist das Instrument der Notenbanken, um den Inflationsanstieg abzubremsen. In seinem Statement hielt der Offenmarktausschuss aber an seiner bisherigen Einschätzung fest, dass der Zins bis Jahresende auf 1,4 Prozent steigen werde. Das würde zwei weitere moderate Erhöhungsschritte bedeuten. Für 2018 erwartet der Ausschuss entsprechend der bisherigen Prognose dann zwei weitere Zinsanhebungen auf ein Niveau von 2,1 Prozent.

Trump will deregulieren


Die US-Großbanken hoffen, dass die Bankenregulierungen, die nach der Finanzkrise eingeführt wurden, rasch ganz gestrichen werden. Und die Regierung von Donald Trump zeigt für diese Position viel Verständnis. Bereits Anfang Februar unterzeichnete Trump ein Dekret, das auf die Revision eines Gesetzes aus dem Jahr 2010 zur Regulierung der Banken abzielt. Er will damit sein Wahlversprechen einlösen, den Finanzmarkt wieder zu entfesseln. Widerstand regt sich hierzu bei den übrigen G20-Staaten.

Beim Treffen der Finanzminister und Zentralbankgouverneure vom 17. bis 18. März im deutschen Baden-Baden werden die Pläne der US-Wirtschafts- und Finanzpolitik auch Thema sein.

Und der wachsende Einfluss der Wall Street in Washington findet sich auch in jüngsten Personalentscheidungen wieder. Pünktlich zum Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) am Mittwochabend holt Trump einen weiteren Goldman-Sachs-Manager in seine Regierungsmannschaft: James Donovan soll der Stellvertreter von Finanzminister Steven Mnuchin werden, teilte das US-Präsidialamt am Dienstag mit. Mnuchin selbst und Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn kommen ebenfalls von der Investmentbank. Donovan solle sich im Ministerium mit der innenpolitischen Agenda befassen, hieß es weiter.

Trump nominierte zudem David Malpass als Staatssekretär im Finanzministerium für internationale Fragen. Malpass arbeitete bereits für die Regierungen unter den Präsidenten Ronald Reagan und George Bush senior. Trump beriet er bereits im Wahlkampf und arbeitete bei der Bank Bear Stearns, bevor sie 2008 zusammenbrach.