Google unter Druck

In Großbritannien und den USA packen Unternehmen und die britische Regierung nun das Problem bei der Wurzel. Sie buchen keine Werbung mehr bei Google. Denn nicht nur auf umstrittenen Seiten wie Breitbart ist der Werbegigant präsent, er stellt auch die Werbeplätze im vermeintlich unverdächtigen Videoportal YouTube - das wie Google zu Alphabet gehört. 400 Stunden an Videomaterial werden laut Google jede Minute auf YouTube hochgeladen. Dort tauchten Werbebanner in Verbindung mit Videos des früheren Anführers des Ku-Klux-Klans oder eines islamistischen Predigers auf. Dafür entschuldigte sich Matt Brittin, Googles Chef für Europa, den Nahen Osten und Afrika, und versprach Besserung für die Zukunft. Brittin weigerte sich aber, zu sagen, ob Google künftig proaktiv extremistische Inhalte suchen werde, berichtet der "Guardian". Bisher schreite der Konzern erst ein, wenn er von Nutzern auf anstößige Inhalte aufmerksam gemacht werde. Der Druck auf Google steigt jedoch von Tag zu Tag: Am Donnerstag kündigte der US-Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson an, Werbung auf YouTube weltweit auszusetzen.

Schweigen in Agenturbranche

Coca-Cola Österreich gibt dagegen keine Antwort auf die Frage, ob das Unternehmen seine Bannerwerbung bei Google storniert, um den Technologiekonzern ebenfalls zu mehr Transparenz und höherer Sorgfalt bei der Ausspielung der Werbung zu bewegen.

Auch bleibt Coca-Cola weitere Antworten schuldig: Zum Beispiel, ob die Getränkefirma als offizieller Werbepartner von David Alaba online uneingeschränkt mit dessen Konterfei werben darf. Oder ob die Platzierung auf bestimmten Seiten vertraglich ausgeschlossen ist. Alabas Agentur Avantgarde Sponsoring reagiert trotz mehrfacher Anfragen nicht. Und auch der Gesamtverantwortliche für die Kommunikation von Sky in Österreich und Deutschland geht auf Tauchstation.

Um die Usancen bei der Vermarktung der Spieler dennoch nachzuzeichnen, kontaktierte die "Wiener Zeitung" zwei führende Spielerberatungsfirmen in Deutschland. Selbst unter Zusicherung der Anonymität waren sie zu keiner Auskunft bereit.