Frankfurt/New York. Die überraschende Neuwahl-Ankündigung der britischen Premierministerin Theresa May hat die Leitbörsen Europas am Dienstag im Mittagshandel tiefer in die Verlustzone gedrückt. Der Euro-Stoxx-50 verlor gegen 12.10 Uhr 31,40 Einheiten oder 0,91 Prozent auf 3.416,86 Punkte.

Der DAX in Frankfurt notierte mit 12.032,21 Punkten und minus 76,79 Einheiten oder 0,63 Prozent. Der FTSE-100 der Börse London fiel um 89,69 Zähler oder 1,22 Prozent und steht nun bei 7.237,90 Stellen.

Die US-Börsen begannen den Handel am Dienstag im roten Bereich. Gegen 15.55 Uhr verlor der Dow Jones Industrial Index um 55,12 Einheiten oder 0,27 Prozent auf 20.581,80 Zähler. Der S&P-500 Index fiel 2,88 Punkte oder 0,12 Prozent auf 2.346,13 Zähler. Der Nasdaq Composite Index gab 3,25 Punkte oder 0,06 Prozent auf 5.853,54 Einheiten ab.

Wie die britische Premierministerin zu Mittag angekündigt hat, sollen die Briten am 08. Juni ein neues Parlament wählen. Bereits im Vorfeld zu der Ankündigung gaben die Märkte Europas merklich nach, direkt nach der Verlautbarung blieben die Reaktionen dann allerdings verhalten.

Bereits im Frühhandel hatten das zugunsten des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ausgegangene Verfassungsreferendum in der Türkei sowie die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in Frankreich den Investoren Sorgen bereitet. Positive Vorgaben von der Wall Street und erfreuliche Wirtschaftsdaten aus China konnten die Stimmung dagegen nicht heben.

Auch Nordkorea bleibt weiterhin ein Unsicherheitsfaktor. Das Land hatte zuletzt vor einem Atomkrieg gewarnt und mit weiteren Raketentests gedroht. Im Zuge der Japan-Reise des US-Vizepräsidenten Mike Pence erklärte heute Japans Ministerpräsident Shinzo Abe, er teile im Konflikt um Nordkorea die Haltung der Regierung in Washington, dass die Zeit der "strategischen Geduld" vorbei sei. Die Regierung in Pjöngjang müsse unter Druck gesetzt werden, alle Optionen seien denkbar.

Unternehmensseitig blieb es indessen ruhig am Markt. Am Nachmittag können neue Unternehmensbilanzen aus den USA für Bewegung unter den Einzelwerten sorgen. Auf der Agenda stehen unter anderem die Erstquartalszahlen von Goldman Sachs, Bank of America und Johnson & Johnson.

Im Euro-Stoxx-50 gaben Deutsche Bank 2,21 Prozent ab und auch die beiden französischen Bankaktien BNP Paribas (minus 1,54 Prozent) und Societe Generale (minus 1,78 Prozent) tendierten deutlich schwächer. Auch Energiewerte wie Engie (minus 1,78 Prozent) und Eni (minus 1,80 Prozent) waren im Zuge schwächelnder Ölpreise in der Verlustzone zu finden.

In London lasteten indessen fallende Preise für Eisenerz auf Minenwerten. So sackten unter anderem Glencore um 2,85 Prozent ab, Anglo American büßten 3,21 Prozent ein und BHP Billiton verloren 3,39 Prozent.