San Francisco. Ein boomendes Werbegeschäft auf Smartphones und Tablets füllt dem US-Internet-Riesen Google die Kassen. Der Mutterkonzern Alphabet wies im ersten Quartal einen Umsatzsprung von rund 22 Prozent auf 24,75 Milliarden Dollar aus. Der Nettogewinn schoss sogar überraschend kräftig um 29 Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar in die Höhe.

Der mit seiner Suchmaschine für herkömmliche PC groß gewordene Konzern konkurriert inzwischen vor allem mit dem führenden Online-Netzwerk Facebook um die stark wachsende Werbung auf mobilen Geräten. Dabei zahlt sich auch der Fokus auf die Video-Tochter YouTube aus. Dem US-Unternehmen gelang es laut Experten zuletzt immer mehr, großen Fernsehsendern Werbekunden abspenstig zu machen. Auch der Ärger mit einigen Großkunden konnte das Wachstum nicht bremsen. Firmen wie der US-Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson, die US-Großbank JPMorgan, die US-Mobilfunkkonzerne Verizon und AT&T sowie der britische Einzelhändler Marks and Spencer hatten ihre YouTube-Werbung ausgesetzt oder dies angedroht, weil manche Werbe-Spots vor Videos mit homophoben und antisemitischen Inhalten liefen.

"Die dominante Macht"


Die Werbeerlöse des Google-Konzerns, der auch das weit verbreitete Smartphone-Betriebssystem Android und eigene Handys anbietet, machen weiterhin den Löwenanteil des Geschäfts aus. Die Einnahmen in dem Bereich stiegen um 19 Prozent auf 21,4 Milliarden Dollar. Für ein Unternehmen von der Größe Googles sei ein solches Wachstum ein Beleg für die Qualität der Produkte, sagte Analyst Colin Gillis vom Broker BGC Partners. "Sie sind die dominante Macht in der digitalen Werbung."

Google konnte aber auch weiter im Geschäft mit Cloud-Angeboten für eine Auslagerung von Speicher- und Software-Diensten ins Internet punkten und einen deutlichen Umsatzanstieg verbuchen. Allerdings macht das Cloud-Geschäft bei Google nur einen kleinen Teil aus. Die Bilanz erfreute die Anleger an der Wall Street: Im nachbörslichen Handel kletterten die Alphabet-Aktien um rund drei Prozent nach oben.