Washington. US-Notenbankchefin Janet Yellen signalisiert angesichts der robusten Konjunkturentwicklung eine Fortsetzung ihres Kurses gradueller Zinserhöhungen. Die Fed erwarte, dass die Wirtschaftslage weitere behutsame Anhebungen der Leitzinsen erlauben werde, erklärte Yellen am Mittwoch in Washington vor Abgeordneten. Im Juni hatte die Fed ihren Leitzins auf 1,0 bis 1,25 Prozent angehoben.

Zum konkreten Zeitpunkt des nächsten Zinsschritts äußerte sich die Fed-Chefin nicht. Sie stellte aber in Aussicht, dass die US-Zentralbank wahrscheinlich schon in Kürze mit dem Abbau ihrer im Zuge der Finanzkrise aufgeblähten Bilanz beginnen werde. "Das ist etwas, was wir dieses Jahr beginnen sollten und nach meiner Ansicht relativ bald." Mit diesem Schritt würde die Fed, deren Portfolio am Ende nur noch Staatsanleihen umfassen soll, sich endgültig von der jahrelangen Krisenpolitik verabschieden.

Mit ihren Aussagen sorgte Yellen für Begeisterung an den internationalen Börsen. In den USA legte der Dow-Jones-Index der Standardwerte bis zum frühen Nachmittag um 0,6 Prozent auf 21.530 Punkte zu. Das Marktbarometer sprang zeitweise auf ein Rekordhoch von 21.580 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,7 Prozent auf 2443 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann gut 1 Prozent auf 6253 Punkte. An Europas Aktienmärkten gab es ein kleines Kursfeuerwerk. Der Dax und der EuroStoxx50 kletterten jeweils um 1,5 Prozent auf 12.626 beziehungsweise 3515 Zähler.