Tempo gefordert

Insgesamt gehe die Bedeutung von Nafta über reine Handelszahlen hinaus, meint O’Connell. Denn mit dem Abkommen sei ein eng verwobenes, vielschichtiges Produktionsgeflecht über alle drei Länder entstanden. Hier mit simplen Rezepten einzugreifen, werde den Realitäten nicht gerecht. "Lighthizer ist überaus kompetent, aber was Trump vorschlägt, ist, einen sehr komplexen Gehirneingriff mit einer Kettensäge durchzuführen." Wohin die Verhandlungen führen, sei noch nicht zu sagen, erklärt O’Connell. In der Vergangenheit war zu sehen, dass Trump seinen Kabinettsmitgliedern widerspreche, schnell seine Meinung ändere oder andere Länder beleidige, was die Gespräche torpedieren könne.

Die Verhandlungspartner selbst gaben zunächst keine Einzelheiten bekannt. In einer gemeinsamen Erklärung betonten sie lediglich, dass vor allem eines wichtig sei: Tempo. Ziel ist eine Einigung noch bis Jahresende, denn in den USA und Mexiko stehen 2018 Wahlen an. Bereits in elf Tagen wollen die Unterhändler wieder zusammenkommen.