Auch in der Musikindustrie könnten durch eine Blockchain Vermittler wie Plattenfirmen oder Manager umgangen werden und Künstler selbständig riesige virtuelle Plattenläden betreiben. Grammy-Gewinnerin Imogen Heap experimentiert hierzu etwa mit einer eigenen Plattform namens Mycelia.

Theoretisch könnte man in der Industrie 4.0 und dem prophezeiten "Internet der Dinge", in der alles und jeder - auch physische Objekte - miteinander vernetzt sein werden, in fast allen Bereich Anwendung für eine Blockchain finden.

Neue Technologie birgt Chancen und Risiken

Für Dirk Siegel vom Blockchain Institut der internationalen Beratungsfirma Deloitte führt jedenfalls kein Weg an der Technologie vorbei: "Wir glauben nicht, dass es sich um einen kurzfristigen Hype handelt, sondern, dass diese Technologie unsere Welt nachhaltig verändern wird. Es geht tatsächlich ums Eingemachte." Genau aus diesem Grund habe man auch ein eigenes Institut gegründet, das sich mit der Thematik beschäftigt. "Diverse Arbeiten von Notaren bis hin zu Grundbüchern oder allen Arten von Vertragsabschlüssen können vereinfacht, abgespeckt oder ganz obsolet werden", so Siegel. "Ich glaube vieles, was bei Blockchain passiert, kann man mit dem Beginn des Internets vergleichen. Es entsteht eine komplett neue Infrastruktur. Natürlich sind solche Entwicklungen im Zeitalter der Digitalisierung auch Herausforderungen." Was das für die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt bedeutet, ist schwer vorherzusagen. Den durch die Digitalisierung bedrohten Arbeitsplätzen stellt Siegel neu entstehende Jobs entgegen. "Es werden niedrigqualifizierte Arbeiten wegfallen, es können aber gleichzeitig auch neue höher qualifizierte Tätigkeiten entstehen. Kurzfristig kann das schwierig sein, aber bei solchen Entwicklungen handelt es sich um einen langfristigen gesellschaftlichen Wandel. Und da halten sich Chancen und Risiken die Waage."

Ist Blockchain nun technologischer Heilsbringer oder bloß eine Technologieblase? Das wird die Zukunft weisen.