Wie sich die Mashallplaner in Österreich die Zähne ausbissen

Beamte entlassen, ÖBB und Post privatisieren, Zentralisierung des Bankenwesens: Die Amerikaner bissen sich bei ihrem Versuch, Einsparungen auf Kosten der Arbeiter zu erzielen, die Zähne aus. Auch die Kartellpraktiken und Pflichtmitgliedschaft der Kammern waren den Amis ein Dorn im Auge, sie kritisierten den "Kammerstaat" und wollten eine Reorganisation der Sozialpartnerschaft. Die österreichische Regierung unter Bundeskanzler Leopold Figl hingegen weigerte sich, diese Vorschläge überhaupt in Betracht zu ziehen.

In anderen Worten: Österreich verwehrte sich der amerikanischen Idee, Wettbewerb und Produktivität über den Sozialstaat zu stellen. Über diese Dickköpfigkeit der Sozialpartner können österreichischen ArbeitnehmerInnen heute dankbar sein. Und wem hierzulande spirit und drive fehlen, dem sei der Besuch in den USA empfohlen. Denn spätestens wenn es darum geht, eine Familie zu gründen und/oder sich ein gutes Leben abseits der Arbeit aufzubauen, kehren auch die KreativarbeiterInnen in den meisten Fällen dankbar in den Sozialstaat zurück.