Frankfurt. Noch nie gab es so hohe Privatvermögen wie heute. Das geht zehn Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise aus dem aktuellen "Global Wealth Report" des Versicherers Allianz hervor. Alle Haushalte der Welt kommen dem Bericht zufolge gemeinsam auf den neuen Rekordwert von 169,2 Billionen Euro. Das entspricht einem Plus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Wachstum ist auf den Aufschwung in den Industrieländern und boomende Börsen zurückzuführen.

Österreich rangiert in diesem internationalen Vergleich auf Rang 17 und liegt damit einen Platz vor Deutschland. Als reichstes Land haben die USA 2016 erstmals die Schweiz von der Spitze verdrängt. Das Podium vollendet Japan an dritter Stelle.

Trotz niedriger Zinsen blieben Bankeneinlagen populär. Die Menschen brachten zwei Drittel ihrer Ersparnisse zur Bank, statt sie am Kapitalmarkt zu investieren. "Das Sparverhalten der Privatanleger ist weiterhin von großer Risikoscheu geprägt", stellte Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise hierzu fest. Die Banken zählen zu den Gewinnern, die Sparer zu den Verlierern. Durch die Geldentwertung dürften private Haushalte allein in den Industrieländern im vergangenen Jahr Einbußen in der Höhe von rund 300 Milliarden Euro erlitten haben, schätzt Heise.

10 Prozent besitzen
80 Prozent des Vermögens

Die internationalen Verschiebungen der Vermögenswerte machten die Welt - im globalen Durchschnitt gesehen - gerechter. Vor allem Asien holt beim Reichtum auf. Exklusive Japan, das seit Jahren wirtschaftlich strauchelt, sind die Vermögen der Asiaten im vergangenen Jahr um durchschnittlich 15 Prozent gewachsen. Keine andere Region der Welt kann einen ähnlichen Zuwachs vorweisen. Alleine China hat 2016 fast ein Drittel zum Vermögenswachstum in der Welt beigetragen.

Die beiden anderen aufstrebenden Regionen, Lateinamerika und Osteuropa, verbuchten Werte um die fünf Prozent, was mehr als doppelt so hoch ist wie das Expansionstempo in Nordamerika
(+2,1 Prozent) und Westeuropa (+1,4 Prozent). Der globale Blick fällt jedoch zwiespältig aus: So besitzen die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung dem Bericht zufolge 80 Prozent der Netto-Vermögen - also der Ersparnisse abzüglich der Schulden.

Nicht nur die weltweiten Vermögen wachsen jedoch schneller, sondern auch die Schulden. 2016 stiegen die Verbindlichkeiten der privaten Haushalte weltweit mit 5,5 Prozent so stark wie seit 2007 nicht mehr. Auch hier steht China an der Spitze: Die Schulden der chinesischen Haushalte stiegen um 23 Prozent, weshalb im Bericht vor einer dortigen Finanzkrise gewarnt wird.