New York/Frankfurt. Die Talfahrt an der Wall Street ist vorerst beendet. Die US-Börsen gaben am Dienstag zur Eröffnung nur kurzfristig weiter nach und drehten bereits nach einer Viertelstunde ins Plus. Der Dow Jones stieg gegen 15.55 Uhr um 1,11 Prozent auf 24.614,79 Punkte. In den ersten Handelsminuten war er zunächst noch um weitere 2,33 Prozent gefallen.

Auch die anderen wichtigen Aktienindizes in New York notierten wieder im grünen Bereich: Der breiter gefasste S&P-500 drehte ebenfalls ins Plus und notierte zuletzt um 0,89 Prozent höher bei 2.672,42 Einheiten. Der Technologieindex Nasdaq Composite stieg noch etwas stärker um 0,94 Prozent auf 7.032,81 Zähler.

Am Vortag hatte der Dow Jones 4,60 Prozent verloren, nachdem es zuvor am Freitag bereits um 2,54 Prozent abwärts gegangen war. Marktbeobachter hatten vor allem steigende Anleihenrenditen und schneller als erwartet zulegende Leitzinsen als Belastungsfaktor für die Aktienmärkte genannt.

Börsenkurse rutschen weltweit ab

Der Dax sackte um bis zu 3,6 Prozent auf 12.235 Punkte ab und verzeichnete das größte Minus seit eineinhalb Jahren. Der EuroStoxx50 verlor ebenfalls zeitweise mehr als drei Prozent. "Viele Anleger sind in Panik verfallen. Alle wollen durch die gleiche Tür", sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. An den Aktienmärkten geht die Sorge um, dass die Zeiten des billigen Geldes bald vorbei sein könnten und die Leitzinsen weltweit schneller steigen als bisher erwartet. Geld schichten Anleger deshalb nun verstärkt in Anleihen um, die künftig wieder mehr Rendite abwerfen dürften.

Der US-Leitindex Dow Jones war am Montag um 4,6 Prozent auf 24.346 Punkte eingebrochen. Zeitweise stürzte er um fast 1600 Punkte ab, so viel wie noch nie in seiner Geschichte. Beim S&P 500 löste sich innerhalb eines Tages eine Marktkapitalisierung von einer Billion Dollar in Luft auf. Das ist mehr als Deutschland in einem Quartal erwirtschaftet. Auch in Asien gingen die Börsen in die Knie. Japans Notenbankchef Haruhiko Kuroda versuchte Investoren zu beruhigen und betonte, eine baldige Zinserhöhung sei ausgeschlossen.

"Viele Anleger, die erst seit drei, vier Jahren an den Märkten sind, haben so etwas noch nie gesehen", sagte Dennis Dick vom Wertpapierhändler Bright Trading in Las Vegas. Die Stimmung habe gedreht. "Es wird einige Zeit dauern, bis sich das wieder beruhigt." Mit einer Korrektur haben viele Experten zwar schon länger gerechnet. Allerdings waren Anleger zuletzt von den geringen Schwankungen an den Aktienmärkten verwöhnt gewesen. "Wir haben in den vergangenen 14 oder 15 Monaten keine größeren Kurseinbrüche gesehen, deshalb tut es jetzt umso mehr weh", so Portfoliomanager Paul Nolte vom Vermögensverwalter Kingsview Asset Management.