• vom 14.02.2018, 17:40 Uhr

International

Update: 14.02.2018, 22:08 Uhr

Wirtschaftswachstum

"Made in Germany" bleibt stark nachgefragt




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  • Die deutsche Wirtschaft wächst robust. Getragen wird die Entwicklung vom Außenhandel, für den Berlin immer wieder kritisiert wird.

Wiesbaden/Berlin. (reu/wak) Die deutsche Wirtschaft geht mit kräftigem Rückenwind ins laufende Jahr. Getrieben vor allem vom Exportboom, stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal 2017 um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in einer ersten Schätzung mitteilte.

Das liefert eine gute Basis für die kommenden Monate, auch wenn sich das Wachstumstempo geringfügig abschwächte. "Alles spricht für einen sehr guten Start ins Jahr 2018", erklärte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Die Auftragsbücher seien voll und die Stimmung der Unternehmen sei hervorragend.


"Der deutsche Wachstumsturbo ist und bleibt eingeschaltet", sagt der Chefökonom vom Bankhaus Lampe, Alexander Krüger, laut der Nachrichtenagentur Reuters. Im Gesamtjahr 2017 legte Europas größte Volkswirtschaft um 2,2 Prozent zu, bestätigten die Statistiker ihre Schätzung vom Jänner. Das ist das kräftigste Wachstum seit 2011.

Impulse kamen im Schlussquartal überwiegend aus dem Ausland: Vor allem im vierten Quartal legten die Exporte 2017 stark zu", so die Statistiker.

Deutschlands Exporte und Importe selbst haben im vergangenen Jahr neue Rekordwert erreicht: Die Bundesrepublik führte 2017 Waren im Wert von 1,28 Billionen Euro aus, das entspricht einem Anstieg in Höhe von 6,3 Prozent. Auch die Importe erreichten demnach ein neues Rekordhoch - plus 8,3 Prozent.

Exporte als Motor für Berlin
Trotzdem hat wegen der nun auch stärker anziehender Importe die deutsche Wirtschaft voriges Jahr erstmals seit 2009 ihren Exportüberschuss verringert. Die Ausfuhren übertrafen die Einfuhren um 244,9 Milliarden Euro. Der Höchstwert wurde 2016 mit 248,9 Milliarden Euro erreicht.

Die Zahlen werden auch im Ausland genau beobachtet, da Deutschland wegen seiner enormen Exportüberschüsse international seit Jahren unter Druck steht. Zuletzt hatte auch die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, den deutschen Außenhandelsüberschuss als zu hoch kritisiert.

Die Außenhandelsbilanz schloss im Dezember 2017 mit einem Überschuss von 18,2 Milliarden Euro ab. Kalender- und saisonbereinigt lag das Plus bei 21,4 Milliarden Euro. Während der Staat seine Konsumausgaben erhöhte, lag der private Verbrauch in etwa auf dem Niveau des Vorquartals. Unternehmen investierten in Maschinen und Anlagen etwas mehr als zuletzt - in Bauten hingegen etwas weniger.

Das Ifo-Institut erwartet in diesem Jahr ein noch stärkeres Wirtschaftswachstum von 2,6 Prozent. Die deutschen Exporteure profitieren vom anziehenden Welthandel, weshalb viele Unternehmen wieder mehr investieren. Auch der private Konsum in Deutschland dürfte angesichts von Rekordbeschäftigung und steigenden Löhnen eine Konjunkturstütze bleiben.

Inflation zieht nicht an
Der Aufschwung mündet bisher nicht in einer starken Inflation. Die Verbraucherpreise stiegen im Jänner nur noch um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, nachdem die Teuerungsrate im Dezember noch 1,7 Prozent betragen hatte. Die Inflation liegt damit weiter unter der Zielmarke von knapp zwei Prozent, welche die Europäische Zentralbank als ideal für die Wirtschaft ansieht.

Auch wenn sich Deutschland als Musterschüler präsentiert - die Wirtschaft in der Eurozone wächst im Gleichschritt mit Deutschland. Das BIP in den 19 Euro-Ländern stieg zwischen Oktober und Dezember um 0,6 Prozent zum Vorquartal.

0,6 Prozent gängiges Tempo
Damit ist der Währungsraum beim Wachstum auch auf Augenhöhe mit den USA, die exakt im selben Tempo zulegten.

Im vierten Quartal war Spanien die am stärksten wachsende Volkswirtschaft unter den vier Schwergewichten der Währungsunion: Die iberische Wirtschaft schaffte trotz der Turbulenzen um Katalonien ein Plus von 0,7 Prozent. In Frankreich und Deutschland waren es mit 0,6 Prozent etwas weniger. Italien bildete mit 0,3 Prozent das Schlusslicht.




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Dokument erstellt am 2018-02-14 17:44:20
Letzte ─nderung am 2018-02-14 22:08:20



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