London. (wak) Fußball ist bekanntlich die weltweit populärste Zuschauersportart. Aber nicht überall steht das Spiel um den runden Ball ganz vorne auf der Liste. Die wichtigste globale Ausnahme auf diesem Sektor bilden bekanntlich die USA, die lieber American Football sehen, dem Spiel mit dem Ball in Eierform. Auf Rang zwei rangiert in den USA Basketball, auf Platz drei Baseball.

Doch die Welt besteht nicht nur aus den USA allein. Das wissen vor allem jene Unternehmen, die einen globalen Machtanspruch haben. Und so kann man es sich dann auch erklären, dass der größte US-Kabelnetzbetreiber Comcast auf einmal eine 31 Milliarden Dollar schwere Offerte für den Bezahlfernsehsender Sky auf den Tisch legt. Die Europa aktive Sky-Gruppe ist vor allem wegen des Sportangebots attraktiv. Im Februar hat Sky etwa den Löwenanteil für die Übertragung der Premier League in den Saisons 2019 bis 2022 ergattert.

Mit dem Erwerb von Sky würde Comcast sofort eine führende Rolle im Bezahl-TV-Markt in Großbritannien, Deutschland und Italien erreichen, sowie einen Marktanteil in Spanien und Österreich.

Doch wer ist Comcast überhaupt? Der Name ist das Dach eines Konglomerats, das aus etlichen Mergers entstanden ist. Das Unternehmen ist der größte Kabelnetzbetreiber der USA sowie ein Riese im Internet und Telefonbereich. Es ist das umsatzschwerste Medienunternehmen der Welt. Es werden aber nicht nur Verbindungen angeboten, sondern auch Inhalt produziert. Comcast ist Mutter von vielen Fernsehsendern (den liberalen Nachrichtensendern MSNBC und CNBC, um nur einige zu nennen) sowie der Mediengruppe NBC Universal. In deren Sparte fällt wiederum das Filmstudio Universal Picture, das wiederum das Filmstudio DreamWorks zu den Seinen zählt. Dreamworks ist am besten bekannt durch seine animierten Kassenschlager "Shrek" und "Shrek 2" - die zu den erfolgreichsten Filmen aller Zeiten gehören.

Das pikanteste Detail an der Offerte von Comcast ist allerdings die Tatsache, dass sie in die Pläne eines Gegenspielers grätscht. Denn der ultrakonservative Medienmogul Rupert Murdoch und sein Medienkonzern Fox hatte bereits vor mehr als einem Jahr (im Dezember 2016) eine Offerte für Sky gelegt. Schließlich hält der US-Konzern von Rupert Murdoch bereits 39 Prozent an Sky. Murdoch trat mit einem Angebot von 14,8 Milliarden Dollar (13,9 Milliarden Euro) für an den Rest des Unternehmens an Sky heran.

Das lukrativere Angebot kommt momentan aus den USA

Umgerechnet bedeutet das: Comcast legte 12,50 Pfund je Sky-Aktie auf den Tisch. Murdochs Medienkonzern hat den übrigen Aktionären lediglich 10,75 Pfund je Anteilsschein angeboten. Murdoch will eigentlich nach einem Kauf Sky und weitere Teile von Fox an Disney weiterreichen und sich im Gegenzug an Disney beteiligen.