Frankfurt/Washington/Zürich. (reuters) Aus Furcht vor einer Abkühlung der Konjunktur und einer aggressiveren Geldpolitik der US-Notenbank ziehen sich Anleger weltweit aus den Aktienmärkten zurück. Der DAX und der europäische Leitindex EuroStoxx50 verloren am Mittwoch jeweils 0,2 Prozent auf 12.469 und 3452 Punkte und folgten damit den Börsen in den USA und Asien. "Aus höheren Zinsen und nachlassender wirtschaftlicher Dynamik könnte ein gefährlicher Cocktail werden", warnte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Enttäuschende Geschäftszahlen einiger Großkonzerne drückten zusätzlich auf die Stimmung.

Anleger beschäftigten sich hauptsächlich mit der Nachlese der Kongress-Anhörung von Fed-Chef Jerome Powell vom Dienstag. "Obwohl dieser nicht viel Neues an Informationen lieferte, interpretierte der Markt seine optimistischen Aussagen als Signal für vier Zinserhöhungen in diesem Jahr", sagte Analyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. Vor diesem Hintergrund legte der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, am Mittwoch um weitere 0,2 Prozent zu. Im Gegenzug verbilligte sich der Euro auf 1,2214 Dollar.

Vier Zinsanhebungen?

Händler in Zürich sagten, die Äußerungen des neuen US-Notenbankchefs Jerome Powell wurden als falkenhaft eingestuft. Powell sagte am Dienstag in seiner ersten Anhörung vor dem Kongress, seine Zuversicht, dass die Teuerung anziehen werde, habe zugenommen. Sollte die Konjunktur zu sehr heißlaufen, werde die Fed die Zinsen schneller anheben. Die Wahrscheinlichkeit von vier Zinserhöhungen in diesem Jahr sei gestiegen. Die nächsten Konjunkturdaten dürfen sich jedenfalls über hohe Aufmerksamkeit freuen. Enttäuschende Wirtschaftsdaten aus Japan und China bremsten bereits die Bereitschaft zum Aktienkauf. Daraufhin zogen die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen an, während die Aktienkurse abrutschten. Höhere Anleihenzinsen machen diese Papiere im Vergleich zu risikoreicheren Aktien attraktiver.