• vom 08.03.2018, 22:18 Uhr

International

Update: 09.03.2018, 07:41 Uhr

Entscheidung

Trump verkündet Schutzzölle trotz Warnungen




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Von WZ Online, Reuters

  • Für Kanada und Mexiko sollten die Auflagen zunächst ausgesetzt bleiben, erklärte er mit Hinweis auf die laufenden Nafta-Verhandlungen.

Insgesamt würden die Zölle frühestens in 15 Tagen in Kraft treten. Auch für andere Staaten könnten geringere Sätze gelten. Dabei würden etwa dieMilitärausgaben der Verbündeten berücksichtigt. - © APAweb/AP, Susan Walsh

Insgesamt würden die Zölle frühestens in 15 Tagen in Kraft treten. Auch für andere Staaten könnten geringere Sätze gelten. Dabei würden etwa dieMilitärausgaben der Verbündeten berücksichtigt. © APAweb/AP, Susan Walsh

Washington. Ungeachtet des Drucks aus dem In-und Ausland hat US-Präsident Donald Trump Schutzzölle auf Einfuhren von Stahl und Aluminium ausgerufen. Der Republikaner gab die Maßnahmen am Donnerstag bei einer Zeremonie im Weißen Haus im Beisein von Arbeitern aus beiden Branchen bekannt. Diese seien "das Rückgrat Amerikas", sagte Trump.

Mit dem Schritt löse er ein Wahlversprechen ein. Für Kanada und Mexiko sollten die Auflagen zunächst ausgesetzt bleiben, erklärte er mit Hinweis auf die laufenden Verhandlungen über das Handelsabkommen Nafta. Insgesamt würden die Zölle frühestens in 15 Tagen in Kraft treten. Auch für andere Staaten könnten geringere Sätze gelten. Dabei würden etwa die Militärausgaben der Verbündeten berücksichtigt.

Bereits vor der Zeremonie war aus hochrangigen Regierungskreisen bekanntgeworden, die Zölle würden wie im Vorfeld besprochen 25 Prozent auf Stahl und zehn Prozent auf Aluminium betragen. Unter anderem die EU und China haben mit Gegenmaßnahmen gedroht, sollten die Zölle tatsächlich eingeführt werden. Experten befürchten, dass der Streit sich zu einem Handelskrieg ausweiten könnte.

Der stolze Vater: Dialog Trumps mit einem StahlarbeiterBei der Unterzeichnung einer Proklamation, die Stahl- und Aluminiumimporte mit Zöllen belegt, ist es am Donnerstag im Weißen Haus zwischen einem Stahlarbeiter und US-Präsident Donald Trump zu einem eigentümlichen Dialog gekommen.

Trump zu dem Arbeiter: "Ihr Vater sieht Ihnen aus dem Himmel zu und ist stolz auf Sie."

Antwort des Stahlarbeiters: "Oh, er lebt noch."

Trump: "Dann ist er eben noch stolzer."

Anschließend lud Trump die Gruppe von Stahlarbeitern ein, ein Foto im Oval Office zu machen, das gefalle ihnen bestimmt gut.

Als Trump sich anschickte, den Raum zu verlassen, erinnerte Finanzminister Steven Mnuchin den Präsidenten daran, die Proklamation noch zu unterzeichnen.

Kommission fordert Ausnahme für EU von US-Stahlzöllen

Die EU-Kommission pocht auf eine Ausnahme von den neuen US-Zöllen auf Stahl und Aluminium. Die EU sei ein enger Verbündeter von Amerika und sollte von den Maßnahmen ausgeklammert werden, teilte Handelskommissarin Cecilia Malmström am Donnerstagabend mit. Sie werde versuchen, in den nächsten Tagen mehr Klarheit in die Sache zu bringen. Gelegenheit biete sich beim Besuch des US-Handelsbeauftragen Robert Lighthizer am Samstag in Brüssel.

Die US-Regierung verhängte zuvor Zölle von 25 Prozent auf Stahl und zehn Prozent auf Aluminium. Sie sollen in frühestens in 15 Tagen in Kraft treten. Die EU-Kommission bereitet Gegenmaßnahmen vor und prüft nun neue Importabgaben auf US-Waren wie etwa Whiskey, Orangensaft und Erdnussbutter. Insgesamt stehen Produkte im Wert von 2,8 Milliarden Euro im Visier. Experten fürchten, dass der Stahlkonflikt einen weltweiten Handelskrieg einläutet.





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Dokument erstellt am 2018-03-08 22:19:38
Letzte Änderung am 2018-03-09 07:41:25


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