• vom 12.03.2018, 17:54 Uhr

International

Update: 13.03.2018, 09:46 Uhr

Lufthansa

Sehnsucht nach Größe




  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Europas Branchenprimus will auch nach der gescheiterten Air-Berlin-Übernahme um jeden Preis wachsen.

- © reuters/Orlowski

© reuters/Orlowski

Frankfurt. (rs/dpa) Wenn Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Donnerstag die Zahlen für das Jahr 2017 vorlegt, dann wird er wohl den dritten Rekordgewinn in Folge verkünden können. Denn bereits nach den ersten neun Monaten hat die größte Fluglinie Europas einen bereinigten operativen Gewinn von knapp 2,6 Milliarden Euro eingeflogen, rund 800 Millionen Euro mehr als im gesamten Jahr 2016. Der Umsatz des Konzerns war in den ersten drei Quartalen vor allem wegen der höheren Ticketpreise und der Komplettübernahme der belgischen Brussels Airlines um 12,1 Prozent gewachsen. Selbst die im Aufbau befindliche Eurowings und das Sorgenkind Lufthansa Cargo haben im abgelaufenen Jahr Gewinne eingefahren.

Dabei war 2017 für die Mutter der österreichischen AUA kein leichtes Jahr gewesen. Vor allem der Kampf um die Hinterlassenschaften der insolventen Air Berlin verlief bei weitem nicht so, wie sich Spohr das vorgestellt hatte. Aus dem Nachlass konnte sich die politisch stark unterstützte Lufthansa statt des gewünschten Löwenanteils von mehr als 80 Flugzeugen letztlich nur die kleine Tochter LG Walter sichern. Von deren 33 Fliegern sind auch noch 20 kleinere Dash-Propellermaschinen - ein Typ, den die Lufthansa längst aus der eigenen Flotte verbannt hat. Die anderen Teile des Air-Berlin-Flugbetriebs gingen wegen des kartellrechtlichen Widerstands der EU-Kommission an die britische Easyjet, den Thomas-Cook-Konzern und an Niki-Gründer Niki Lauda. Der ehemaliger Formel-1-Weltmeister will bereits in dieser Woche mit dem Online-Ticketverkauf für seine neue Airline Laudamotion beginnen, die zunächst einmal Abflughäfen in Österreich, Deutschland und der Schweiz bedienen soll.


Die Wachstumsambitionen der Lufthansa sind durch diesen Rückschlag allerdings kaum kleiner geworden. So verhandelt die Billig-Tochter Eurowings, die bereits vom Ferienflieger Tuifly Maschinen angemietet hat, seit einiger Zeit auch mit Lauda über die leihweise Nutzung von Besatzungen und von bis zu zehn Jets. Die vom Management angestrebte Flottengröße von 210 Maschinen, die Eurowings hinter Ryanair und Easyjet zum drittgrößten Low-Cost-Carrier Europas machen würde, ließe sich damit zumindest über Umwege erreichen.

Billig gewinnt
Gerne einverleiben würde sich Spohr auch die nur noch mit Staatsgeldern in der Luft gehaltenen Alitalia. Doch dafür fehlt es in Italien bisher am politischen Willen und am Rückhalt bei den Gewerkschaften. Weil die Staatskredite nicht ewig fließen können, hofft die Lufthansa darauf, dass die EU-Kommission den Italienern entsprechend Druck macht.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-03-12 17:59:47
Letzte Änderung am 2018-03-13 09:46:45


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Armut wird vererbt
  2. Bis vor die Haustür
  3. Kika/Leiner geht an René Benkos Signa-Gruppe
  4. René Benko und sein glückliches Händchen
  5. Audi-Chef Stadler festgenommen und in Untersuchungshaft
Meistkommentiert
  1. G6 und der wütende Trump
  2. Bis vor die Haustür
  3. Die EU schlägt zurück
  4. Wachstum steigt, Arbeitslosigkeit fällt
  5. Eklat nach Gipfel-Abschluss

Werbung



Quiz


Firmenmonitor







Werbung