• vom 13.03.2018, 17:44 Uhr

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Volkswagen

Bei Volkswagen sprudelt das Geld




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  • Trotz Dieselkrise strotzt der Konzern zumindest finanziell wieder vor Kraft.

Wolfsburg/Berlin. 2017 konnte die Stammmarke des größten Autokonzerns der Welt stark zulegen, die gesamte VW-Gruppe ebenso. Das Geld soll vor allem in Zukunftsinvestitionen bei E-Mobilität und neuen Dienstleistungen fließen. Auch die Konten der Vorstände sind prall gefüllt. Beim "Kulturwandel" gibt es Fortschritte, aber auch viele offene Fragen.

Das Unternehmen stellte am Dienstag seine vollständige Bilanz vor: Der Kernbereich VW Pkw warf 2017 einen Betriebsgewinn von rund 3,3 Milliarden Euro ab - bereinigt um Sonderkosten für die Dieselaffäre. Im Vorjahr waren es noch 1,9 Milliarden gewesen. Die finanziellen Lasten bei der Bewältigung des im September 2015 bekanntgewordenen Abgas-Skandals mit Millionen manipulierten Autos schlugen mit 2,8 Milliarden Euro für die Hauptmarke und 3,2 Milliarden im Gesamtkonzern abermals kräftig ins Kontor. Sie nahmen verglichen mit 2016 aber ab (5,2/6,4 Milliarden Euro).


"Es war das Jahr, in dem wir wieder in die Offensive gegangen sind", sagte Vorstandschef Matthias Müller. Für die Führung bedeutet der positive Trend ein dickes Gehaltsplus. Die Mitglieder des Konzernvorstands kassieren insgesamt rund 50,3 Millionen Euro. Für 2016 hatte das Top-Management 39,5 Millionen Euro erhalten. Spitzenverdiener ist Müller mit mehr als 10 Millionen. Nach dem alten Gehaltsmodell, in dem variable Boni noch ein stärkeres Gewicht hatten, hätte er über 13 Millionen Euro bekommen.

"Diesel ist Teil der Lösung"
In der Berliner Repräsentanz gab sich VW betont bescheiden. Statt kompletter Vorstandsriege und ausgestellter Modelle wie in Wolfsburg saßen nur Müller, Finanzchef Frank Witter und Kommunikationschef Hans Gerd Bode auf dem Podium. Witter sagte, trotz der "Herausforderung" der weiterhin hohen Abflüsse infolge der Dieselkrise sei die finanzielle Lage solide. Bei der Tochter Audi liefen die Geschäfte ebenfalls gut. Hier kletterte der operative Gewinn, ohne "Dieselgate"-Sonderkosten, von 4,8 auf 5,1 Milliarden Euro. Noch besser sah es bei Porsche aus, wo das Betriebsergebnis um 6,9 Prozent auf 4,14 Milliarden Euro stieg. Spekulationen um einen möglichen Börsengang der schweren Nutzfahrzeuge wollte Müller nicht kommentieren. Hierzu gebe es keine Entscheidungen.

VW baut wie angekündigt die Produktion von Elektroautos kräftig aus - ein Großteil der Investitionen fließt aber weiterhin in die Entwicklung konventioneller Antriebe. 90 Milliarden Euro sollen bis 2022 in konventionelle Fahrzeuge investiert werden. Müller sagte mit Blick auf die Diskussion um hohe Stickoxidwerte und Fahrverbote, er sei "überzeugt davon, dass der Diesel eine Renaissance erfährt". Der moderne Dieselantrieb sei auch mit Blick auf den Klimaschutz Teil der Lösung, nicht das Problem.




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Dokument erstellt am 2018-03-13 17:47:47


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