• vom 13.03.2018, 18:01 Uhr

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Südosteuropa

Wirtschaft wächst in Südosteuropa




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  • Laut Experten dürfte 2018 eines der besten Jahre seit der Finanzkrise werden.



Wien. Mittel-, Ost- und Südosteuropa befinden sich auf einem wirtschaftlichen Höhenflug, im Vorjahr expandierten alle Volkswirtschaften in der Region zum ersten Mal seit zehn Jahren, teilte das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleich (WIIW) in seiner Frühjahrsprognose mit.

Der Bankensektor stehe auf einer stärkeren Basis als vor einigen Jahren. Als Risiken werden jedoch ein möglicher Handelskrieg sowie ein nicht sicherer Ausstieg der Notenbanken aus der lockeren Geldpolitik gesehen.


Der koordinierte globale Aufschwung werde sich fortsetzen, wovon auch die Wirtschaft in der Region weiter profitiert. Auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sagt für 2018 das kräftigste Wachstum der Weltwirtschaft seit sieben Jahren voraus. Sie soll um 3,9 Prozent zulegen. Das aggregierte reale Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) stehe auf dem höchsten Niveau seit sechs Jahren. Das WIIW erwartet für heuer jedoch eine leichte Wachstumsabschwächung für die Region auf 3,1 Prozent, nach 3,7 Prozent 2017.

Neue EU-Mitglieder boomen
"Die Weltwirtschaft befindet sich mitten in einer Aufschwungphase. Dies wird der Wirtschaftstätigkeit in der gesamten Mosoe-Region (Mittel-, Ost- und Südosteuropa) in den kommenden Jahren weiterhin starken Auftrieb verleihen", so Studienautor Richard Grieveson. Hochfrequenzdaten ließen vermuten, dass die Region nahezu am Höhepunkt ihres Wachstums angekommen sei, doch das heurige Jahr scheine eines der besten seit der globalen Finanzkrise zu werden. Einige Länder der Region erlebten einen Boom, so Grieveson.

Ein besonders starkes Wachstum wird im Prognosezeitraum 2018 bis 2020 in den mittel- und osteuropäischen EU-Mitgliedstaaten und der Türkei erwartet. Für heuer rechnen die Forscher in den elf neuen EU-Mitgliedern zusammen mit einem BIP-Plus von 3,9 Prozent, in der Türkei mit 4,5 Prozent. Für Rumänien wird ein BIP-Anstieg um 4,7 Prozent erwartet.

In den Staaten des Westbalkans werde sich das Wachstum gegenüber den vergangenen Jahren beschleunigen. Die GUS und die Ukraine bleiben die regionalen Nachzügler, werden sich aber weiter langsam erholen. Für Russland wird für heuer eine Wachstumsrate von 1,8 Prozent prognostiziert, für die Ukraine von 1,9 Prozent.

Langfristig sieht Grieveson große Herausforderungen für die Region, nicht zuletzt durch die negativen demografischen Trends in den meisten Ländern. Zudem sieht das WIIW auch ein Risiko darin, dass die Spezialisierung auf Teile der Lieferkette mit wenig Wertschöpfung die Region dauerhaft in der Rolle der "verlängerten Werkbank" hält.




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Dokument erstellt am 2018-03-13 18:05:49


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