• vom 14.03.2018, 18:04 Uhr

International

Update: 14.03.2018, 20:35 Uhr

Euro

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  • Der Leitzins in der Eurozone bleibt tief - EZB-Präsident Draghi ist noch nicht zufrieden mit der Inflationsentwicklung.



Frankfurt am Main. Vorerst gibt es keine Kurswende bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Die EZB sieht sich mit ihrer ultra-lockeren Geldpolitik noch nicht am Ziel. Zwar sei man zuversichtlicher als in der Vergangenheit, dass sich die Inflation mit der Zeit dem Zielwert von knapp zwei Prozent annähere, sagte EZB-Chef Mario Draghi am Mittwoch bei der EZB-Konferenz in Frankfurt. Es brauche aber noch weitere Hinweise, dass sich die Inflation in die richtige Richtung bewege. Im Vergleich zu vorangegangenen Erholungsphasen der Wirtschaft bleibe die Preisentwicklung verhalten. Knapp zwei Prozent erachtet die Notenbank als optimalen Wert für die Wirtschaft.

Einstweilen blieben die Wertpapierkäufe weiter erforderlich, ergänzte der Italiener. "Es gibt für uns eine sehr klare Bedingung, um die Anleihenkäufe zu beenden: Wir müssen eine nachhaltige Anpassung der Inflationsentwicklung in Richtung unseres Ziels sehen." Im Februar zogen die Verbraucherpreise in der Euro-Zone lediglich um 1,2 Prozent an, im Januar waren es 1,3 Prozent. Die Mission sei noch nicht erfüllt, sagte EZB-Chefvolkswirt Peter Praet.


Mini-Schritt zur Zinserhöhung
Die Währungshüter hatten vergangene Woche auf ihrer Zinssitzung lediglich einen Mini-Schritt in Richtung einer weniger expansiven Geldpolitik gewagt. Sie strichen aus ihrem Ausblick die Option, nötigenfalls das inzwischen auf 2,55 Billionen Euro angelegte Anleihen-Kaufprogramm erneut auszuweiten. Viele Volkswirte gehen davon aus, dass die EZB die vor allem in Deutschland umstrittenen Transaktionen Ende 2018 auslaufen lassen wird, sollte die Konjunktur mitspielen.

Zinserhöhungen stellen die Euro-Wächter erst weit nach Ende der Anleihenkäufe in Aussicht. Laut Praet muss die EZB künftig konkreter werden, um die Zinserwartungen an den Finanzmärkten zu steuern. "Je näher man dem Ende der Anleihenkäufe kommt, umso mehr muss man natürlich spezifizieren, was das ‚weit nach‘ sein wird." Praet zufolge wird aktuell an den Finanzmärkten ein erster Zinsschritt der Notenbank zwischen dem ersten und zweiten Quartal 2019 erwartet.

Die EZB hält ihren Schlüsselsatz für die Versorgung der Banken mit Geld bereits seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Der sogenannte Einlagensatz liegt sogar bei minus 0,4 Prozent. Banken müssen also Strafzinsen zahlen, wenn sie bei der Notenbank überschüssiges Geld parken.

Das Europaparlament hat unterdessen der Ernennung des bisherigen spanischen Finanzministers Luis de Guindos zum Vizepräsidenten der EZB trotz deutlicher Kritik zugestimmt - allerdings mit knapper Mehrheit. 331 Abgeordnete billigten die Ernennung, 306 votierten dagegen und 64 enthielten sich. Damit habe de Guindos nicht die Mehrheit der Abgeordneten auf sich vereinigen können, stellte die Delegation der französischen Sozialisten in einer Erklärung fest.

Der Spanier war der einzige Kandidat für den einflussreichen Posten, nachdem der irische Finanzminister Paschal Donohoe im Februar seine Bewerbung zurückgezogen hatte. Er wird Nachfolger des Portugiesen Vitor Constancio, dessen Mandat im Mai endet. Nach dem grünen Licht des EU-Parlaments dürfte de Guindos beim EU-Gipfel kommenden Woche offiziell ernannt werden. Sein Amt bei der EZB soll er am 1. Juni antreten. Kritisiert wurde, dass es keine Kandidatin gab, auch das Auswahlverfahren wurde von Abgeordneten gerügt. Andere stellten die politische Unabhängigkeit des Spaniers in Frage.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-03-14 18:08:46
Letzte Änderung am 2018-03-14 20:35:49


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