In der fünfstündigen Sitzung am Dienstag wiederholte Zuckerberg gebetsmühlenartig, dass Facebook keine Nutzerinformationen verkaufe, sondern Werbekunden nur selbst den Zugang zu Mitgliedern ermögliche - und die Daten den Nutzern gehörten. Die Nachfrage des Senators Jon Tester, wie es dann komme, dass Facebook das Geld mit diesen Daten mache und die Nutzer sie höchstens löschen lassen können, blieb in der Luft hängen.

Der Republikaner John Kennedy gab Zuckerberg eine klare Kritik mit auf den Weg: "Ihre Nutzungsbedingungen sind Mist." Das Ziel dieser Texte sei, Facebook rechtlich abzusichern - und nicht die Nutzer über ihre Rechte zu informieren. "Ich würde vorschlagen, dass Sie nach Hause gehen und das neu schreiben", sagte der 66-Jährige in Lehrer-Ton. "Ich will Facebook nicht regulieren - aber bei Gott, ich werde es tun." Ob es dazu komme, hänge auch vom künftigen Vorgehen Facebooks und Zuckerbergs ab.

Und Senator John Cornyn entlockte Zuckerberg einen Satz, der Facebook später noch verfolgen könnte. "Ich teile die Meinung, dass wir eine Verantwortung für die Inhalte tragen", sagte der Facebook-Chef auf die entsprechende Frage. Später betonte Zuckerberg zwar ausdrücklich, dass Facebook ja nur eine Plattform sei und selbst keine Inhalte erstelle. Facebook sei daher aus seiner Sicht zuallererst eine Technologiefirma. Der eine Satz mit der Verantwortung dürfte in der Zukunft aber häufiger von Verfechtern der Ansicht aufgegriffen werden, dass Facebook als Medienunternehmen agiere.

Der kommissarisch amtierende Chef der umstrittenen Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica gab indes seinen Posten nach nur drei Wochen wieder auf. Alexander Tayler werde in seinen vorherigen Job des Daten-Verantwortlichen zurückkehren, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Wer den Chefposten übernehmen wird, blieb vorerst unklar.

Hearing in Europa?

EU-Justizkommissarin Vera Jourova hat unterdessen auch ein Hearing in Europa gefordert. Es sei angemessen, ihn ins EU-Parlament einzuladen. Der Datenskandal um Cambridge Analytica dürfe sich in keinem EU-Land wiederholen, so Jourova: Die neue Datenschutz-Grundverordnung der EU werde dafür Sorge tragen, meint die Politikerin überzeugt.