Ein Konzept, das freilich nicht so gut in ein System passt, das gerne das Autoritäre von oben nach unten durchdekliniert und darauf ausgelegt ist, dass nicht zu viele Fragen gestellt werden. In den langen Gängen ist zwar noch der Muff der Sowjetzeit greifbar, aber im Laboratorium, wo die 3D-Drucker stehen, hängt kein Lenin-Bild, sondern ein Holzschnitt mit dem Porträt des Apple-Gründers Steve Jobs an der Wand.

Ein neuer Held

Aber verträgt sich der Gründergeist des "Silicon Valley" wirklich mit einem Staat, der vielen als der repressivste Europas gilt? Gibt es am Ende doch eine gläserne Decke des autoritären Staates, an die innovative Geister früher oder später stoßen? In der Aula der Minsker Universität für Informatik und Radioelektronik wurde den neuen Helden Weißrusslands jedenfalls schon vorsorglich ein Denkmal erbaut: ein schlaksiger Student mit Rucksack und Laptop, den Blick erwartungsvoll nach vorne gerichtet. Ein in Bronze gegossenes Zukunftsversprechen, wenngleich in sowjetischer Tradition: das Denkmal des Programmierers.