Paris. Flugzeuge am Boden, die Aktien auf Sinkflug: Die Eskalation des Arbeitskampfes bei Air France-KLM mit dem Rücktritt des Vorstandschefs als jüngstem Höhepunkt stürzt die Airline immer tiefer in die Krise. Am Montag wurden wegen erneuter Streiks der Belegschaft in Frankreich 15 Prozent aller Flüge gestrichen, auch für Dienstag werden Ausfälle erwartet.

Die Aktien des französisch-niederländischen Konzerns brachen zeitweise um fast 14 Prozent ein. Zwischen Gewerkschaften und Management herrschte Funkstille, nachdem Vorstandschef Jean-Marc Janaillac am Freitag wegen des Mitarbeitervotums gegen das Lohnangebot des Managements seinen Rücktritt angekündigt hatte. Die Gewerkschaften fordern 5,1 Prozent höhere Löhne für ein Jahr. Air France hat für 2018 ein Plus von zwei Prozent und weitere fünf Prozent in den folgenden drei Jahren angeboten.

Analysten schlugen buchstäblich die Hände über dem Kopf zusammen: "Die Airline steht jetzt ohne Chef, ohne Lohnabkommen da in einem andauernden Konflikt mit Gewerkschaften, die jetzt um so weniger bereit sein werden, von ihrer Forderung abzurücken", schrieben die Branchenexperten von Bernstein.