• vom 11.05.2018, 19:31 Uhr

International


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Tech-Giganten ohne Werbung zu Irlands Abtreibungsvotum




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    Dublin. (da/apa) Facebook und Google setzen nach der harschen Kritik an Datenmissbrauch und offenen Fragen, wer hinter Online-Werbung steckt, nunmehr verstärkt auf Transparenz. Anlässlich der Volksabstimmung über die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen in Irland am 25. Mai sei keinerlei Werbung erlaubt, erklärte Google - somit auch nicht auf dessen Videoportal YouTube. Facebook richtete aus, das soziale Netzwerk blockiere zwar nicht sämtliche Werbungen, jedoch alle, die nicht von Werbern aus Irland stammten.

    In dem katholisch geprägten Land gilt eines der strengsten Abtreibungsverbote in der EU. Wer dagegen verstößt, kann mit bis zu 14 Jahren Gefängnis bestraft werden. Selbst nach einer Vergewaltigung ist in Irland ein Schwangerschaftsabbruch untersagt. Das Gesetz war 2014 gelockert worden. Seitdem ist eine Abtreibung zulässig, wenn das Leben der Schwangeren bedroht oder sie selbstmordgefährdet ist.


    Per Verfassungszusatz - dieser wurde 1983 ergänzt - sind ungeborene Kinder genauso in ihrem Recht auf Leben geschützt wie ihre Mütter. Das mache Kritikern zufolge Abtreibungen in dem Land faktisch unmöglich. Durch das Referendum soll der entsprechende Verfassungszusatz gestrichen werden. Das Parlament hätte dann die Möglichkeit, Abtreibungen bis zur zwölften Schwangerschaftswoche zu legalisieren.

    "Wir wissen, dass jedes Jahr tausende irische Frauen - aus jedem Bezirk des Landes - für Abtreibungen ins Ausland reisen. Wir wissen, dass viele Frauen Abtreibungspillen per Post erhalten, um ihre Schwangerschaften zu beenden", rechtfertigte Regierungschef Leo Varadkar von der bürgerlichen Partei Fine Gael die geplante Volksabstimmung.

    Der UN-Menschenrechtsausschuss hatte das Abtreibungsverbot 2016 als Verstoß gegen internationale Menschenrechtsvereinbarungen kritisiert.




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    Dokument erstellt am 2018-05-11 18:18:52


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