• vom 14.05.2018, 16:39 Uhr

International

Update: 14.05.2018, 17:17 Uhr

Konjunktur

Weniger Insolvenzen in Europa




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Von WZ Online / APA

  • Nur der Brexit verschlechterte die Bilanz.

Hafen Hamburg: Deutschland verzeichnete den achten Rückgang von Insolvenzen in Folge.  - © Sarahhoa - CC 2.0

Hafen Hamburg: Deutschland verzeichnete den achten Rückgang von Insolvenzen in Folge. 
© Sarahhoa - CC 2.0

Der Konjunkturaufschwung hat die Zahl der Firmenpleiten in Westeuropa im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit 2008 gedrückt. Das geht aus einer Untersuchung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hervor. Die Zahl der Insolvenzen sank im Vergleich zu 2016 um 4,2 Prozent auf 164.181 Fälle.

Noch deutlicher war der Rückgang in Mittel- und Osteuropa: Es wurden 86.879 Firmenzusammenbrüche gezählt, 12,8 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Die Firmen in Europa profitierten von niedrigen Finanzierungskosten und der guten Wirtschaftslage, erklärte Creditreform. Politische Unsicherheiten wie der Brexit oder die Handelskonflikte mit den USA hätten bisher insgesamt nicht auf die Statistik durchgeschlagen.

Mehr britische Pleiten


© Creditreform © Creditreform

In Großbritannien, das die Europäische Union verlassen will (Brexit), stieg die Zahl der Firmenpleiten allerdings um 2,4 Prozent. Hier machten sich negative Effekte des Brexit-Votums bemerkbar, so Creditreform. In Westeuropa insgesamt - 15 EU-Länder sowie Norwegen und die Schweiz - verzeichneten sechs Länder gegen den Trend einen Anstieg bei den Unternehmensinsolvenzen. Den stärksten Zuwachs gab es den Angaben zufolge im Euro-Krisenland Griechenland (plus 11,1 Prozent), gefolgt von Belgien (plus 8,7 Prozent), Schweden (plus 6,2 Prozent) und der Schweiz (plus 2,8 Prozent).

In den ehemaligen Krisenländern Irland (minus 15,3 Prozent), Portugal (minus 12,7 Prozent) und Spanien (minus 4,7 Prozent) sank die Zahl der Firmenpleiten hingegen. In Deutschland zählte Creditreform im vergangenen Jahr 6,6 Prozent weniger Unternehmensinsolvenzen, in Österreich um 3,9 Prozent weniger. Spürbare Rückgänge verzeichneten auch die Niederlande (minus 25,2 Prozent) sowie Finnland (minus 10,3 Prozent).

Eigenkapitalquote

Eine Erholung zeigt sich auch bei den Eigenkapitalquoten. 43,7 Prozent der Unternehmen in Westeuropa verzeichnen eine hohe Eigenkapitalquote von 50 Prozent und mehr. Das ist ein höherer Anteil als im Vorjahr (42,8 Prozent) und deutlich mehr als noch im Jahr 2012 (40,1 Prozent).

Gleichzeitig verringerte sich der Anteil der Unternehmen, deren Eigenkapitalquote als zu niedrig anzusehen ist (Eigenkapitalquote unter 10 Prozent): Knapp ein Viertel der Unternehmen (23,5 Prozent) ist hier betroffen – im Vorjahr lag diese Quote noch bei 24,2 Prozent. Im Handel ist der Anteil der eigenkapitalschwachen Unternehmen am höchsten von allen Wirtschaftsbereichen (27,8 Prozent).





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Dokument erstellt am 2018-05-14 17:05:16
Letzte Änderung am 2018-05-14 17:17:53


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