• vom 17.05.2018, 10:58 Uhr

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Transport

Flixbus will die USA erobern




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  • Der kultige Greyhound bekommt Billig-Konkurrenz aus Deutschland.

Dem Greyhound geht es an den Kragen.

Dem Greyhound geht es an den Kragen.© reuters/Mike Blake Dem Greyhound geht es an den Kragen.© reuters/Mike Blake

Los Angeles/München. Flixbus hat Europa im Sturm erobert, jetzt will das deutsche Start-up auf dem US-Markt durchstarten. Firmenchef Andre Schwämmlein hat eine Mission: "Wir wollen Busfahren attraktiv für alle machen", sagt der deutsche Unternehmer in Hollywood bei der Pressekonferenz zum Auftakt der US-Expansion.

In Amerika, dem Land der Autobesitzer, wo auf längeren Strecken meist geflogen wird, ist das ein ambitioniertes Ziel. Flixbus will die US-Kunden mit "smarter und grüner Mobilität" sowie günstigen Preisen und dem "besten Service" überzeugen. Das dürfte allerdings nicht einfach werden.


In den Vereinigten Staaten haben Fernbusse eine lange Tradition, aber einen schlechten Ruf als Reiseoption für Leute, die sich kein Flug- oder Zugticket leisten können. Der Greyhound-Bus - häufig besungen und in Hollywood-Filmen gezeigt - ist zwar ein fester Bestandteil der US-Popkultur. In der Realität machen ramponierte Sitze und stinkende Bordtoiletten die langen Fahrten durch das weite Land aber immer noch oft genug schwer erträglich. Doch die Branche hat den Kampf gegen das Schmuddel-Image aufgenommen und mit Flixbus sorgt nun ein neuer Anbieter für frischen Wind, der bereits Europa kräftig aufgemischt hat.

Imagepflege durch
"smarte und grüne Mobilität"

Das 2013 gegründete Unternehmen will die Expansion rasch vorantreiben. Der für das US-Geschäft zuständige Manager Pierre Gourdain setzt direkt zur Kampfansage an die US-Konkurrenz an: "Dies wird unser größter Markt und unser größter Erfolg", ist der Franzose sicher.

Los Angeles werde das zweite globale Hauptquartier neben München werden. "Wir sind bereits die größte Marke im europäischen Fernbusmarkt", ergänzt Unternehmenschef Schwämmlein. Das enorme Wachstum von Flixbus sollte US-Konkurrenten eigentlich ohnehin Warnung genug sein: Erst 2013 gegründet, überrollte die Firma Europa regelrecht - auch dank der Fusion mit dem damaligen deutschen Marktführer MeinFernbus.

Der Auftakt soll nun zunächst mit acht lokalen Buspartnern erfolgen - eine eigene Fahrzeugflotte betreibt das Münchener Start-up nicht. Flixbus beschränkt sich vorerst auf die US-Westküste und bietet vom US-Hauptsitz in Los Angeles etwa Trips nach San Diego, Las Vegas und Palm Springs bis hin nach Phoenix, Flagstaff und Tucson in Arizona an.

Hart umkämpfter Markt
in den USA

Dass Flixbus seinen europäischen Senkrechtstart wiederholen kann, bezweifeln Experten eher. Der US-Markt ist hart umkämpft und schon länger im Umbruch.

Die Anbieter haben ihre Flotten in den letzten Jahren modernisiert, Internet etwa gibt es inzwischen an Bord vieler Busse - wenngleich die Verbindungen oft dürftig sind. Flixbus selbst sieht sich aber nicht als klassisches Busunternehmen. US-Kunden will man mit einer Ticket-App sowie kostenlosem Entertainment und Internet an Bord in die Busse locken.

Auf gefragten Routen muss trotzdem mit reger Konkurrenz, gerechnet werden. Zwei Firmen ragen hier heraus. Seit rund zehn Jahren dominieren die schottischen Branchenriesen Firstgroup und Stagecoach in den USA. Firstgroup übernahm 2007 das 1914 gegründete Urgestein Greyhound, das bis heute die Nummer eins im US-Fernbusverkehr ist. Stagecoach forderte den Marktführer aber bereits mit seiner - in Europa von Flixbus geschluckten - Marke Megabus heraus, die mit viel Werbeaufwand, neuen Bussen und günstigen Preisen antrat. Greyhound wiederum startete mit dem kleineren Partner Peter Pan die Billiglinie Boltbus, zudem gibt es etliche lokale US-Anbieter wie den berühmt-berüchtigten China Town Bus in New York.




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Dokument erstellt am 2018-05-17 11:03:51


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