Washington/Berlin. Die Antwort der Europäischen Union auf die neuen US-Importzölle wird noch einige Tage auf sich warten lassen. So lange werde es dauern, bis die Maßnahmen durch die Welthandelsorganisation (WTO) geprüft und dann verhängt werden könnten, sagte der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Freitag im Deutschlandfunk.

Schritte werden noch diskutiert 

Die österreichische Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) reagierte empört: "Mit den USA verbinden uns seit vielen Jahren enge Wirtschaftsbeziehungen - dass US-Präsident Trump diese mit der Verhängung von Strafzöllen aufs Spiel setzt, ist unverantwortlich", sagte sie am Donnerstag zur APA. Die EU müsse nun "geschlossen vorgehen und angemessene Gegenmaßnahmen setzen".

Welche Schritte das im Einzelnen sein sollen, werde noch diskutiert. Die Antwort müsse "angemessen" sein, sagte auch Altmaier. In Brüssel wollte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström am Nachmittag über das weitere Vorgehen informieren.

Entspannung im Konflikt mit China

Im Handelsstreit zwischen den USA und China gab es dagegen weitere Signale der Entspannung, indem die Regierung in Peking die Importzölle auf fast 1.500 Konsumgüter senkte.

Die von den USA verhängten Abgaben in Höhe von 25 Prozent auf Stahl und 10 Prozent auf Aluminium gelten seit Freitagfrüh und treffen neben europäischen Herstellern auch mexikanische und kanadische Produzenten. Die Regierungen Kanadas und Mexikos, die mit den USA über das von Präsident Donald Trump scharf kritisierte Freihandelsabkommen NAFTA verhandeln, kündigten Vergeltungszölle auf US-Importe an. Trump gab sich unbeeindruckt. "Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau hat heute folgende Botschaft erhalten: Die Vereinigten Staaten werden einem fairen Abkommen zustimmen, oder es wird überhaupt kein Abkommen geben", erklärte er am späten Donnerstagabend.

Höhere Zölle auf deutsche Autos angedroht

Trump begründet die Maßnahmen mit der nationalen Sicherheit und beruft sich auf ein Gesetz von 1962. Zuletzt hatte der US-Präsident auch höhere Zölle auf deutsche Autos angedroht. Dies gelte es, nun zu vermeiden, sagte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Volker Treier im ARD-Morgenmagazin. Auch der Volkswagen-Konzern warnte vor einer Eskalation. Am Ende einer Negativentwicklung von Maßnahmen und Gegenmaßnahmen würde es keinen Gewinner geben, erklärte der Autobauer. BMW will die Auswirkungen der US-Zölle auf das operative Geschäft prüfen. Der Stahlkonzern Salzgitter sah sich durch die US-Maßnahmen kaum betroffen. Die deutschen Konzerne fürchten aber, dass die US-Zölle dazu führen, dass chinesische Stahlhersteller auf den europäischen Markt drängen.