Unter Druck steht Daimler-Chef Zetsche. - © apa/afp/John MacDougal
Unter Druck steht Daimler-Chef Zetsche. - © apa/afp/John MacDougal

Berlin. Dem deutschen Autobauer Daimler droht im Dieselskandal ein Ordnungsgeld von fast vier Milliarden Euro - sollte sich bewahrheiten, dass Daimler ähnlich wie Konkurrent Volkswagen bei Abgaswerten geschummelt hat.

Der "Spiegel" berichtete am Freitag vorab, der deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer habe beim Treffen mit Konzernchef Dieter Zetsche am Montag den Verdacht geäußert, dass in 750.000 Fahrzeugen von Mercedes ein unzulässiges Abgasreinigungssystem eingebaut sei.

Das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hatte vorige Woche erstmals einen amtlichen Rückruf von fast 5000 Mercedes-Transportern vom Typ Vito angeordnet, weil darin eine unzulässige Abschalteinrichtung festgestellt wurde. Nach Volkswagen wäre Daimler damit der zweite deutsche Autobauer, der wegen Abgasmanipulationen am Pranger steht.

Bei Daimler untersucht die Flensburger Zulassungsbehörde, ob die beim Vito entdeckte Software - oder Varianten davon - auch in anderen Modellen von Mercedes eingebaut sind. Zetsche soll dem Bundesverkehrsministerium demnächst Details präsentieren. Der "Spiegel" berichtete, die Untersuchungen an Dieselmodellen der viel verkauften C-Klasse seien weit fortgeschritten, die Indizien seien aus Sicht der Verkehrsbehörden erdrückend. Laut dem Nachrichtenmagazin sollen Daimler-Vertreter noch innerhalb der zweiwöchigen Frist bis zum nächsten Treffen Zetsches mit Scheuer zur Anhörung zum KBA geladen werden. Dabei gehe es um rund 80.000 Autos, denen ebenfalls ein Rückruf drohe. Daimler äußerte sich nicht. Man habe mit Verkehrsminister Scheuer Vertraulichkeit vereinbart.