• vom 06.06.2018, 12:26 Uhr

International

Update: 06.06.2018, 16:15 Uhr

Handelsstreit

Die EU schlägt zurück




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Von WZ Online, APA, Reuters

  • Grünes Licht von den Kommissaren: Die Union reagiert ab Juli mit Importstrafen auf US-Produkte. US-Firmen fürchten ums Geschäft.

Whiskey-Fässer in einer Brennerei in New York City. - © APAweb, afp, Emmanuel Dunand

Whiskey-Fässer in einer Brennerei in New York City. © APAweb, afp, Emmanuel Dunand

EU-Vizekommissar Maros Sefcovic verkündete das Inkrafttreten der Strafzölle.

EU-Vizekommissar Maros Sefcovic verkündete das Inkrafttreten der Strafzölle.© APAweb/AFP, Emmanuel Dunand EU-Vizekommissar Maros Sefcovic verkündete das Inkrafttreten der Strafzölle.© APAweb/AFP, Emmanuel Dunand

Brüssel. Die EU wird ab Juli mit Strafzöllen auf die von Washington erhobenen Zusatzabgaben auf Stahl und Aluminium reagieren, wie Vize-Kommissionspräsident Maros Sefcovic am Mittwoch ankündigte. Die Kommissare hätten dafür auf ihrem wöchentlichen Treffen grünes Licht gegeben. Die Gegenmaßnahmen könnten sich auf eine Liste von US-Produkten von Orangensaft bis hin zu Bourbon-Whiskey erstrecken. Details nannte der Slowake zunächst nicht. Die Behörde hatte die Importstrafen bereits Mitte Mai bei der Welthandelsorganisation WTO angemeldet. Sefcovic sprach von einer "angemessenen Antwort auf die einseitige und illegale Entscheidung der USA".

Die USA haben unter Präsident Donald Trump Schutzzölle auf Stahl-und Aluminiumimporte aus Europa in Höhe von 25 beziehungsweise zehn Prozent erhoben und damit einen Handelsstreit vom Zaun gebrochen. Darauf reagieren die Europäer jetzt. Sefcovic sagte, die Kommission werde die relevanten Vorbereitungsschritte in Abstimmung mit den Mitgliedsstaaten bis Ende Juni abschließen, so dass die neuen Zölle nächsten Monat greifen könnten.

Die EU plant nach bisherigen Angaben in einer ersten Stufe, Waren im Volumen von 2,8 Milliarden Euro mit Zöllen zu versehen. In einer zweiten Phase können ab 2021 weitere US-Produkte im Wert von 3,6 Milliarden Euro getroffen werden. Zusammen sind das 6,4 Milliarden Euro - genau der Zollwert, mit dem Washington nun Stahl und Aluminium belegt.

Whiskey-Hersteller sorgt sich

Der amerikanische Jack Daniel's-Hersteller Brown Forman fürchtet negative Auswirkungen auf sein Geschäft durch die Whiskey-Sonderzölle von Mexiko, Kanada und Europa. "Die Wettbewerbslage in den Industrieländern bleibt weiterhin intensiv, ganz zu schweigen von den Sorgen über mögliche Vergeltungstarife für amerikanische Spirituosen", erklärte der Konzern am Mittwoch.

Mexiko hatte Anfang Juni einen 25-prozentigen Zoll auf Bourbon-Importe verhängt. Die EU und Kanada hatten angekündigt, als Vergeltung für die US-Schutzzölle auf Stahl und Aluminium US-Waren wie etwa Whiskey ebenfalls mit Einfuhrzöllen zu belegen.

Die US-Regierung hatte ihre Schritte mit nationalen Sicherheitsinteressen begründet. Die Partnerländer der USA haben beim jüngsten G7-Finanzministertreffen im kanadischen Whistler die Entscheidung als rechtswidrig und nicht hinnehmbar kritisiert.

Kanzlerin Angela Merkel kündigte am Mittwoch im Bundestag an, beim kommenden G7-Gipfel den Schulterschluss der EU-Staaten mit Japan und Kanada zu suchen. Es werde bei dem Treffen am Freitag und Samstag "schwierige Diskussionen" geben. Vor allem Kanada habe wegen der US-Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium sowie des möglichen Ausstiegs der USA aus dem nordamerikanischen Freihandelsabkommen Nafta "große Schwierigkeiten".





Schlagwörter

Handelsstreit, Strafzölle, USA

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Dokument erstellt am 2018-06-06 12:28:04
Letzte Änderung am 2018-06-06 16:15:54


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