• vom 08.06.2018, 17:08 Uhr

International

Update: 08.06.2018, 20:23 Uhr

Soziale Medien

Facebooks Datenlecks nehmen kein Ende




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  • Private Daten waren zehn Tage lang öffentlich verfügbar - 14 Millionen Nutzer könnten betroffen sein.



Menlo Park. (dpa/reu) Durch eine Datenschutz-Panne von Facebook haben mehrere Millionen Nutzer ihre Beiträge möglicherweise ungewollt mit der ganzen Welt geteilt - statt nur mit Freunden. Dem Online-Netzwerk zufolge könnten 14 Millionen Mitglieder von der Panne betroffen sein.

Der Software-Fehler wurde im Mai nach zehn Tagen behoben - von 18. bis 27. Mai passierte dieser. Die Panne unterlief dem Online-Netzwerk ausgerechnet während der Bemühungen, das Vertrauen von Nutzern und Politik nach dem Datenskandal um Cambridge Analytica (CA) zurückzugewinnen. Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern - darunter 50 Millionen aus den USA - wurden dabei unzulässig geteilt, wurde im März bekannt. CA hatte sich mithilfe der abgeschöpften Informationen eine Datenbank zulegt, die für den Präsidentschaftswahlkampf Donald Trumps genutzt worden sein soll.


Facebooks Aktienkurs sank nach Bekanntwerden des CA-Skandals deutlich. Zudem musste sich Facebook-Chef Mark Zuckerberg seit April Hearings im US-Senat sowie im Europäischen Parlament stellen.

Der nunmehrige Fehler passierte bei der Arbeit an einer neuen Funktion, wie Facebook am Freitag erläuterte. Grundsätzlich ist die Einstellung so geregelt, dass Nutzer bei jedem Beitrag entscheiden können, ob die Inhalte nur für Freunde oder auch für Freunde von Freunden - oder alle bei Facebook zu sehen sein soll. Dabei wird die letzte Auswahl automatisch für den nächsten neuen Beitrag übernommen.

Betroffene werden informiert
Die neue Funktion für das Teilen von Profil-Inhalten hätte diese Voreinstellung eigentlich nicht beeinflussen dürfen, weil es dabei grundsätzlich um Dinge geht, die man öffentlich zeigen will. Dennoch schaltete das System die Privatsphären-Einstellung auch beim nächsten regulären Facebook-Post im Hintergrund auf "alle" um.

Nun korrigierte Facebook den Empfängerkreis der in diesem Zeitraum geposteten öffentlichen Beiträge wieder auf den Stand der Voreinstellung vor Auftreten des Softwarefehlers. Die betroffenen Nutzer werden informiert. Ihnen wird außerdem angeboten, die fraglichen Posts in einer Übersicht noch einmal zu überprüfen.

Das Online-Netzwerk ist in den USA an Auflagen aus einer Einigung mit der Verbraucherschutzbehörde FTC gebunden, die unter anderem ein eindeutiges Einverständnis der Nutzer für eine Änderung der Privatsphären-Einstellungen erfordern. Die FTC setzte die Maßnahmen 2011 durch. Ein Auslöser dafür war, dass Facebook zwei Jahre zuvor Informationen wie die Liste der Freunde für alle zugänglich gemacht hatte, ohne die Zustimmung der Nutzer einzuholen.

Mit dem Datenleck kommt Facebook bereits zum zweiten Mal in dieser Woche in die Schlagzeilen. Das soziale Netzwerk gab zuvor bekannt, chinesischen Technologiekonzernen Zugang zu Daten seiner mehr als zwei Milliarden Nutzer zu gewähren: dem weltweit drittgrößten Handybauer Huawei, dem Computer-Hersteller Lenovo sowie den Smartphoneanbietern OPPO und TCL. US-Geheimdienstler haben in der Vergangenheit vor Techkonzernen aus der Volksrepublik gewarnt. Diese böten ein Einfallstor für Auslandsspionage und Cyber-Angriffe und gefährdeten die Infrastruktur in den Vereinigten Staaten.




Schlagwörter

Soziale Medien, Facebook, Daten

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-08 17:13:17
Letzte Änderung am 2018-06-08 20:23:16


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