• vom 11.06.2018, 07:45 Uhr

International

Update: 11.06.2018, 12:01 Uhr

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Investoren setzen trotz Brexit auf Großbritannien




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Von WZ Online, APA, Reuters

  • Das Land rangiert vor Deutschland bei der Zahl der Investitionsprojekte - dank der USA.

Finanzmetropole London: Großbritannien ist bei den Investoren immer noch erste Wahl. - © APAweb, afp, Leon Neal

Finanzmetropole London: Großbritannien ist bei den Investoren immer noch erste Wahl. © APAweb, afp, Leon Neal

Berlin. Trotz des nahenden EU-Austritts bleibt Großbritannien einer Studie zufolge das beliebteste Ziel von Investoren in Europa. 2017 legte die Zahl der Investitionsprojekte ausländischer Firmen um sechs Prozent auf 1205 zu, ergab eine am Montag veröffentlichte Auswertung der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY. Dabei sollen gut 50.000 Stellen geschaffen werden. Auf Platz zwei folgt Deutschland mit dem Rekordwert von 1124 Projekten, was ebenfalls einer Zunahme um sechs Prozent entspreche. Hier wurden gut 31.000 neue Jobs in Aussicht gestellt.

Hauptgrund für das starke Abschneiden Großbritanniens ist den Angaben zufolge das nochmals gestiegene Engagement von US-Unternehmen. Sie erhöhten ihre Investitionen um 16 Prozent auf 334 Projekte. Für Unternehmen aus anderen Teilen der Welt sei hingegen Deutschland der Top-Standort in Europa. In einer weltweiten Befragung von 505 Unternehmen internationaler Konzerne nannten 66 Prozent Deutschland als einen von drei Top-Investitionsstandorte in Europa. Dahinter folgen Frankreich mit 56 Prozent der Nennungen und Großbritannien mit 52 Prozent.

Europa bleibt wichtigster Handelspartner

"Das große Vertrauen, das gerade amerikanische Unternehmen in den Standort Großbritannien setzen, ist bemerkenswert", sagte Hubert Barth, Vorsitzender der EY-Geschäftsführung in Deutschland. "Offenbar setzen viele Unternehmen trotz der schwierigen Brexit-Verhandlungen auf eine Einigung, die Unternehmen aus Großbritannien auch künftig einen Zugang zum europäischen Binnenmarkt ermöglicht – denn Europa dürfte langfristig der mit Abstand wichtigste Handelspartner Großbritanniens bleiben."

Auch deutsche Unternehmen haben sich der Studie zufolge keineswegs von Großbritannien abgewendet, sondern investieren dort weiter in großem Umfang: Insgesamt 101 Investitionsprojekte deutscher Unternehmen in Großbritannien wurden 2017 gezählt, zehn Prozent mehr als im Jahr davor. "Durch das schwache Pfund hat Großbritannien zwischenzeitlich als Investitionsziel und als Basisstandort für exportierende Unternehmen sogar an Attraktivität gewonnen", sagte Barth. "Und auch der britische Markt bleibt ein interessanter Absatzmarkt, auf dem beispielsweise die großen deutschen Discounter Marktanteile gewinnen und entsprechend stark investieren."

40 Projekte in Österreich umgesetzt

2017 haben ausländische Investoren in Österreich 40 Projekte umgesetzt. 2.913 neue Jobs entstanden dabei, die Hälfte davon bei Boehringer Ingelheim, MSD Animal Health und Infineon, schreibt die "Presse" unter Berufung auf eine Zusammenstellung von EY. Es habe mehr Forschungs- und Entwicklungsprojekte (F&E) gegeben, aber kaum reine Produktionsbetriebe.

Zugleich haben österreichische Unternehmen im Rest Europas 140 Investitionsprojekte umgesetzt und 7.624 Jobs geschaffen. Deutschland blieb mit 55 Projekten das beliebteste Investitionsziel. Aus Deutschland investierten nur 15 Firmen in Österreich. Europaweit zählte EY 2017 6.653 grenzüberschreitende Projekte, in denen rund 350.000 neue Arbeitsplätze entstanden.





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Dokument erstellt am 2018-06-11 07:47:14
Letzte Änderung am 2018-06-11 12:01:45


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