Buenos Aires. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die G20-Staaten vor einer Eskalation des Handelsstreits gewarnt. IWF-Chefin Christine Lagarde sagte am Samstag bei einem Finanzministertreffen der Staatengruppe in Buenos Aires, im schlimmsten Falle könnte das weltweite Wirtschaftswachstum um einen halben Prozentpunkt niedriger liegen. Sie werde den Ministern einen entsprechenden Bericht übergeben. Das geringere Wachstum in dem genannten Umfang droht nach Einschätzung des IWF dann, wenn alle angedrohten Zölle und Gegenmaßnahmen umgesetzt werden. US-Finanzminister Steven Mnuchin hatte erklärt, der Handelsstreit habe noch keine markoökonomischen Auswirkungen auf die größte Volkswirtschaft.

Der Handelskonflikt tobt vor allem zwischen den USA und China, das bereits von Handelskrieg spricht. Die Regierung in Washington hat etwa Produkte aus der Volksrepublik im Volumen von 34 Milliarden Dollar mit zusätzlichen Zöllen belegt. China hat Gegenmaßnahmen im gleichen Umfang erlassen. Am Freitag drohte US-Präsident Donald Trump gar mit Zöllen auf chinesischen Einfuhren im Wert von 500 Milliarden Dollar. Die EU setzte er mit der Drohung unter Druck, Autoimporte mit höheren Zöllen zu belegen, was vor allem deutsche Hersteller treffen würde.