• vom 25.07.2018, 17:30 Uhr

International


Südafrika

Schulterschluss im Handelsstreit mit den USA




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  • Gipfeltreffen der fünf aufstrebenden Industriestaaten in Johannesburg. Südafrika nutzt Gelegenheit, um sich in Szene zu setzen.


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Johannesburg. Die aufstrebenden Wirtschaftsnationen Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika sind am Mittwoch in Johannesburg zu einem Gipfeltreffen zusammen gekommen. Bei den Beratungen der sogenannten Brics-Staaten, die am Freitag enden, geht es um Wirtschaftsthemen, aber auch politisch drängende Fragen werden erörtert.

Die Liste der teilnehmenden Politiker ist beeindruckend, Russlands Präsident Wladimir Putin, Xi Jinping aus China und Michel Temer aus Brasilien sowie der südafrikanische Gastgeber Cyril Ramaphosa und Indiens Ministerpräsident Narendra Modi nehmen teil. Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ist eingeladen.


Bei den Gesprächen spielt der von US-Präsident Donald Trump begonnene Handelskonflikt eine maßgebliche Rolle. Trump hatte vergangene Woche mit höheren Einfuhrzöllen für Produkte aus China, der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, gedroht. Selbst der Republik Südafrika, die vergleichsweise wenig Stahl, Aluminium und Autos in die USA exportiert, hat Trump höhere Zölle in Aussicht gestellt.

China hat sich wiederholt gegen Protektionismus und für freien Handel ausgesprochen. In einem Entwurf für eine Abschlusserklärung werden die USA einem Diplomaten zufolge zwar nicht verurteilt. Doch in dem Papier würden der Multilateralismus und internationale Organisation wie die Welthandelsorganisation WTO verteidigt. "Die Wortwahl in der Erklärung wird keine gewöhnliche sein, denn wir leben in besonderen Zeiten", so der Diplomat, der nicht genannt werden will.

Daneben geht es um den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Brics-Staaten. So will etwa China 15 Milliarden Dollar in Südafrika investieren. Seit Beginn des Monats haben damit mehrere Länder Südafrika Investitionen von insgesamt 35 Milliarden Dollar versprochen. China will ferner mehr Güter aus Südafrika importieren.

Jahre der Stagnation
Nach jahrelanger Stagnation will Südafrikas neuer Präsident Ramaphosa die am Boden liegende Volkswirtschaft wieder ankurbeln. Sein Vorgänger, Jacob Zuma hatte sich im Februar dem Druck seiner Partei gebeugt und war mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten. Gegen Zuma gab es immer wieder Korruptionsvorwürfe.

Für Ramaphosa ist der Gipfel auch eine Gelegenheit, das Vertrauen ausländischer Investoren in Südafrika zu stärken und eine politische Kursänderung zu demonstrieren. Südafrika hat in den vergangenen Jahren außenpolitisch an Boden verloren, auch die Wirtschaft hat gelitten. Jetzt geht es um einen Neubeginn.

Die fünf aufstrebenden Brics-Länder wollen eigene Institutionen, da traditionelle globale Institutionen aus ihrer Sicht zu stark vom Westen dominiert werden. Eine neue Entwicklungsbank soll die Schwellenländer unabhängiger von IWF und Weltbank machen. Die Bank mit Sitz in Shanghai wurde 2014 gegründet, sie ist ein Aushängeschild für das Bündnis.

Bei dem Gipfel geht es auch um gemeinsame Ansätze bei Projekten im Wissenschafts- und Erziehungsbereich gehen. Südafrikas Vorschläge umfassen auch den Aufbau eines Gesundheitszentrums in Afrika, das Impfstoffe gegen Krankheiten wie Malaria, HIV und Tuberkulose entwickeln soll.




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Dokument erstellt am 2018-07-25 17:38:11


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