• vom 01.08.2018, 17:40 Uhr

International

Update: 02.08.2018, 08:06 Uhr

Immobilienpreise fallen

Der Anfang vom Ende des Immobilienbooms




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  • Jahrelang stiegen die Immobilienpreise in den Hauptstädten der Welt - nun beginnen sie zu sinken.

Dominoeffekt: Immobilienpreise sinken auf der ganzen Welt. - © getty

Dominoeffekt: Immobilienpreise sinken auf der ganzen Welt. © getty

New York. (ast) Ob London, Toronto, New York, Sydney oder Peking - in den Städten auf der Welt mit den exklusivsten und begehrtesten Immobilienmärkten befinden sich die Preise im Sinkflug.

So haben steuerliche Veränderungen, strengere Kreditvergabestandards und ein aus dem Lot geratenes Preis-Leistungsverhältnis die Nachfrage gedämpft, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Laut Internationalem Währungsfonds könnte sich der Abschwung auch auf die Immobilienmärkte andernorts auswirken, da Investoren und Wohlhabende auf mehreren Kontinenten Immobilien besitzen.

In London etwa sinken die Verkäufe, da Investoren die Auswirkungen des Brexit und eine schwächere Wirtschaft fürchten. Immer mehr Eigentümer wollen ihre Häuser loswerden - immer weniger wollen kaufen. Zudem drücken die hohen Preise die Nachfrage. In den zentralen Vierteln der britischen Hauptstadt sind die Preise seit dem Höchststand von 2014 um fast 18 Prozent gefallen, wobei einige Häuser laut Untersuchungen des Immobiliendienstleisters Savills Plc bis zu einem Drittel an Wert verloren haben. In London herrscht nach wie vor chronischer Wohnungsmangel - im erschwinglichen Bereich. Die Errichtung der Rekordzahl an teuren Wohnungen verursachte ein Überangebot an Penthäusern.

Zu viele Luxuswohnungen

Der Handelsstreit mit den USA und weitere Zinserhöhungen halten den Immobilienmarkt in Toronto auf Trab. Nach dem Höchststand im April 2017 gingen die Preise zurück - konnten aber zuletzt wieder aufholen. In Kanada übersteigt die Nachfrage weiterhin das Angebot, trotz der Bemühungen der Regierung, Spekulationskäufe zu stoppen.

In Manhattan, dem teuersten Bezirk von New York, sind die Verkäufe seit drei Quartalen rückläufig, denn mehr Bestand macht die Käufer wählerisch. Zum Ende des zweiten Quartals 2018 waren fast 7000 Wohnungen auf dem Markt, elf Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz sank um 17 Prozent. Trotzdem werden weiter neue Luxuseinheiten gebaut, alleine heuer wird der Bezirk über 4600 Wohnungen mehr verzeichnen. Das Ergebnis: sinkende Preise. Der durchschnittliche Wert eines Hauses etwa, das in den drei Monaten bis Juni verkauft wurde, fiel um 7,5 Prozent auf 1,1 Millionen Dollar.

China hat drastische Maßnahmen ergriffen, um die überhitzten Immobilienpreise abzukühlen: Mehr als 30 Beschränkungen, vom Kauf von Schwellenwerten bis hin zu Hypothekenkursen, trugen dazu bei, dass der Absatz heuer - nach dem Hoch im Dezember 2017 - auf ein historisches Tief sank. Neue Häuser werden sogar günstiger als bereits bestehende verkauft.

Peking will zudem das Mietangebot, erschwinglichen Wohnraum und staatlich subventionierte Immobilien erhöhen, was einige potenzielle Käufer veranlassen dürfte, ihre Investition zu verschieben.

Sydney an der Kaufkraftgrenze

In Sydney sinken die Immobilienpreise aufgrund einer Kombination aus Kreditbeschränkungen für Investoren und ausgereizten hohen Preisen seit zehn Monaten. Mit Preisen, die laut dem Online-Immobilienportal "Demographia" bereits die zweitteuersten der Welt - im Vergleich zu den Einkommen - sind, sind die Kaufkraftgrenzen der Australier erreicht.





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Dokument erstellt am 2018-08-01 17:50:19
Letzte Änderung am 2018-08-02 08:06:01


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