London. Die Bank of England hat die Leitzinsen auf den höchsten Stand seit der Finanzkrise vor einem Jahrzehnt angehoben. Die Londoner Währungshüter setzten den Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld am Donnerstag um einen Viertelpunkt nach oben auf 0,75 Prozent.

Die Entscheidung fiel einstimmig. Mit der strafferen Geldpolitik will die Bank of England die vergleichsweise hohe Inflation eindämmen, die schon seit Monaten über der Zielmarke von zwei Prozent liegt.

Der Pfund schwächelt

Für den Preisauftrieb auf der Insel sorgt vor allem die schwächelnde Landeswährung Pfund, die seit dem Brexit-Votum im Sommer 2016 deutlich an Wert eingebüßt hat. Das verteuert Importe und zehrt in der Folge an der Kaufkraft der Briten. Der oberste Ökonom der Bank of England, Andy Haldane, warnte im Juli davor, die Bekämpfung der Inflation auf die lange Bank zu schieben.

Die britische Notenbank hat nach ihrer Zinsanhebung lediglich sehr vorsichtige weitere Erhöhungen signalisiert. Künftige Schritte würden nur graduell und in begrenztem Ausmaß erfolgen, teilte die Bank of England am Donnerstag mit. Falls sich die Wirtschaft wie erwartet entwickle, sei eine weitere Straffung angemessen. Die jüngsten Daten würden darauf hindeuten, dass die Konjunkturschwäche im ersten Quartal nur vorübergehend gewesen sei.

Großbritannien tritt voraussichtlich Ende März 2019 aus der Europäischen Union aus. Nach wie vor ist unklar, wie die wirtschaftlichen Beziehungen zur EU künftig gestaltet werden.