• vom 02.08.2018, 21:31 Uhr

International


Joe Kaeser

Siemens will durch Konzernumbau schlanker werden




  • Artikel
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief






    München. Siemens-Chef Joe Kaeser will den einzelnen Sparten des Münchner Industriekonzerns mehr Freiheiten geben und ihnen damit zusätzliche Wachstumskräfte verleihen. Der 61-Jährige umriss am Donnerstag in München die Strategie "Vision 2020+", die Siemens über seinen Abschied Anfang 2021 hinaus prägen soll. Aus bisher fünf Industriesparten sollen drei weitgehend selbständige Unternehmen werden, die sich mit Energietechnik, Infrastruktur- und Gebäudetechnik sowie mit der Digitalisierung der Industrie befassen. Wie viel strategischen Handlungsspielraum die Sparten und deren Manager bekommen sollen, ließ Kaeser offen. An weitere Börsengänge sei derzeit jedenfalls nicht gedacht.

    Schneller wachsen,
    mehr Rendite

    Der Konzern soll auf diese Weise schneller wachsen und mehr Rendite abwerfen als bisher. Die Zentrale, in der zehntausende Siemensianer das Konglomerat mit mehr als 370.000 Mitarbeitern steuern, soll schlanker werden und Kompetenzen an die Sparten abgeben. Kaeser wich der Frage aus, wie viele Beschäftigte von dem Umbau betroffen sind. "Wir nehmen uns Zeit, um das in die neue Struktur zu bringen." Börsianer zeigten sich enttäuscht, die Siemens-Aktie gab zeitweise fünf Prozent auf 114 Euro nach.


    Portfoliomanager Christoph Niesel von Union Investment sieht die "Vision 2020+" grundsätzlich positiv: "Die neue Strategie geht in die richtige Richtung." Enttäuschend sei aber, dass der Konzern keine Zahlen nenne, was sie an Kosteneinsparungen und Effizienzgewinnen bringen soll. Kaeser machte deutlich, dass es ihm um einen Ausgleich der Interessen von Aktionären, Kunden und Mitarbeitern gegangen sei.

    Während die Finanzmärkte Konglomerate kritisch sehen, haben Mitarbeiter Angst vor einer Zerschlagung.




    Schlagwörter

    Joe Kaeser, Siemens

    Leserkommentare




    Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


    captcha Absenden

    * Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2018-08-02 17:41:18


    Beliebte Inhalte

    Meistgelesen
    1. "Yanis Varoufakis hat uns 100 Milliarden Euro gekostet"
    2. Selbständig, pleite, obdachlos
    3. Kika/Leiner: Sozialplan bis Freitag möglich
    4. Immobilienboom in Österreich hält an
    5. Farbwechsel im OeNB-Präsidium
    Meistkommentiert
    1. Wirtschaft gegen Abschiebung von Lehrlingen
    2. Selbständig, pleite, obdachlos
    3. Mit Gehstock und Arbeitskittel
    4. "Krise von 2008 könnte sich wiederholen"
    5. Der bequeme Kontrollverlust

    Werbung



    Quiz


    Firmenmonitor







    Werbung